Ausblick

Wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine und ihre politischen und wirtschaftlichen Folgen stellen derzeit ein zusätzliches wesent­liches Risiko für die Entwicklung der Weltwirtschaft, die Preise wichtiger Energieträger wie Öl und Gas und die weitere Erholung der gesamten Luftfahrtindustrie dar. In den nachfolgenden Erläuterungen zum Ausblick auf 2022 sind die Auswirkungen der Krise noch nicht enthalten, da diese derzeit nicht abschätzbar sind.

Die Weltwirtschaft befindet sich derzeit in der Erholungsphase. Das ifo Institut prognostiziert für 2022 und 2023 ein Wirtschaftswachstum von 4,4 % beziehungsweise 3,2 %. Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie werden die wirtschaftliche Entwicklung auch im Jahr 2022 prägen. Es ist davon auszugehen, dass in vielen Ländern noch gesundheitspolitische Maßnahmen umgesetzt werden. Die wirtschaftliche Erholung wird dadurch gehemmt. Im Lauf des Jahres 2021 kam es weltweit zu Liefereng­pässen, insbesondere bei wichtigen industriellen Vorprodukten. Diese haben sich bis zuletzt verstärkt und werden die Weltwirtschaft auch 2022 belasten. Anpassungen in den Produktionsabläufen, eine Verbesserung der Pandemielage und preisliche Allokationsmechanismen sollten die Situation jedoch auf absehbare Zeit entschärfen. Die Unternehmensstimmung ist in den meisten Ländern mehrheitlich optimistisch. Sehr hohe Auftragsbestände im Industriebereich dürften zudem die Investitionsdynamik beschleunigen.30)

Die Wirtschaftsleistung der Industrienationen dürfte laut Prognose des ifo Instituts im Jahr 2022 mit einer Rate von 4,1 % expandieren. Für die USA wird ein kräftiges Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 4,4 % erwartet. Die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie wird dabei durch expansive fiskalpolitische Impulse gestützt. Weiterhin bestehende Lieferengpässe bremsen jedoch die US-amerikanische Industrieentwicklung. Für das Vereinigte Königreich wird mit 5,1 % für 2022 ebenfalls ein hohes Wirtschaftswachstum prognostiziert. Dienstleistungsbereich und privater Konsum werden aufgrund der kaum mehr vorhandenen Corona-Maßnahmen nur mehr marginal von den Folgen der Pandemie belastet. Die industrielle Entwicklung wird jedoch 2022 noch durch Lieferengpässe gehemmt. Infolge des Brexits kommt es in einigen Bereichen zu Arbeitskräfteengpässen.31)

Die Gruppe der Schwellenländer wird 2022 laut Prognose insgesamt ein Wirtschaftswachstum von 4,9 % erzielen. Die chinesische Volkswirtschaft dürfte 2022 nach einer bisher starken Erholung lediglich mit einer Rate von 5,1 % zulegen. Lieferschwierigkeiten bei industriellen Vorprodukten, eine weniger expansiv ausgerichtete Geld- und Fiskalpolitik sowie ein härterer Kurs bei der Regulierung verschiedener Wirtschaftsbereiche bremsen die konjunkturelle Dynamik in China. Indien war im Frühjahr 2021 besonders stark von einer Infektionswelle des Corona­virus (Delta-Variante) betroffen. Dies führte zu einer Unter­brechung der wirtschaftlichen Erholung, die sich nun aber fortsetzen dürfte. Die prognostizierte Wachstumsrate Indiens ist mit 9,7 % dementsprechend hoch.31)

In der Eurozone wird die Wirtschaftsleistung 2022 um voraussichtlich 3,9 % zulegen. Neben den bereits genannten Lieferengpässen wird die Konjunktur durch das in den Herbst- und Wintermonaten verstärkte Infektions­geschehen belastet. Seit Herbst 2021 zeigte sich in weiten Teilen Europas bereits eine steigende Infektionsdynamik. Viele Länder haben daher ihre gesundheitspolitischen Maßnahmen wieder verstärkt. Es ist davon auszugehen, dass die Wirtschaft des Euroraums dadurch vor allem im ersten Quartal 2022 belastet wird. Wirtschaftliche Schäden werden aber meist durch staatliche Stützungsmaßnahmen abgefedert. In den Sommermonaten dürfte es daher analog zum Vorjahr zu einer kräftigen Erholung kommen. Das ifo Institut rechnet in Frankreich für 2022 mit einer Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,5 %. Für Italien und Spanien werden Wachstumsraten von 4,4 % beziehungsweise 5,5 % prognostiziert.30)

Die deutsche Volkswirtschaft wird 2022 laut Prognose um 3,7 % expandieren. Aufgrund des hohen Industrieanteils wird die konjunkturelle Lage in der Bundesrepublik besonders durch die anhaltenden Lieferengpässe belastet. Der Anteil der Unternehmen, deren Produktion dadurch behindert ist, liegt derzeit auf einem historisch hohen Niveau. Dies ist auch eine der entscheidenden Triebfedern für die aktuell hohe Inflationsrate. Anpassungen in Produktionsabläufen, eine Entschärfung der Pandemielage und preisliche Allokationsmechanismen dürften die Situation allerdings bis Ende 2022 entschärfen. Für 2022 wird eine Inflationsrate von 3,3 % prognostiziert. 2023 dürfte sich dann bei einer Inflationsrate von 1,8 % eine Normalisierung beim Anstieg der Verbraucherpreise einstellen. Der Dienstleistungsbereich wird vor allem im ersten Quartal 2022 durch Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie belastet. Anders als im Vorjahr ist allerdings nicht von flächendeckenden Schließungen auszugehen. Im Sommerhalbjahr ist dann mit einer deutlichen Erholung des Dienstleistungsbereichs zu rechnen. Ebenso wird die Erholung am Arbeitsmarkt wohl im ersten Quartal stagnieren und dann wieder an Fahrt gewinnen. Insgesamt dürfte die Arbeitslosenquote von jahresdurchschnittlich 5,7 % im Jahr 2021 auf 5,2 % im Jahr 2022 fallen. Die Finanzpolitik wird 2022 weiterhin expansiv ausgerichtet bleiben, allerdings weniger stark als noch im Vorjahr. 2023 dürften dann die pandemiebedingten Maßnahmen auslaufen und damit keine fiskalische Relevanz mehr besitzen.30)

Der Ölpreis (Marke Brent) stieg 2021 im Vergleich zum Krisen­jahr 2020 deutlich an. Im Jahr 2021 lag der Ölpreis im Jahresdurchschnitt bei 70,40 US-Dollar je Barrel (2020: 41,80 US-Dollar je Barrel). Das ifo Institut ging bis zum Ausbruch der Ukraine-Krise davon aus, dass der Ölpreis im Jahr 2022 sein Niveau nur marginal auf 71,80 US-Dollar je Barrel erhöht.32) Derzeit gehen Marktteilnehmende angesichts des Ukraine-Konflikts von einer anhaltend hohen Volatilität aus.

Die demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Bayern und vor allem im Flughafeneinzugsgebiet lassen trotz kurzfristiger Einbrüche mittel- bis langfristig eine weitere starke Zunahme der Verkehrsnachfrage am Flughafen München erwarten. Nach den Ergebnissen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik wird die Einwohnerzahl Bayerns bis zum Jahr 2040 gegenüber 2020 um 3,9 % wachsen. Insbesondere in der Region München wird mit einer starken bis sehr starken Bevölkerungszunahme gerechnet. In der Landeshauptstadt München wird von 8,2 % ausgegangen; der Landkreis München dürfte um 6,9 % zulegen. Vier der am stärksten wachsenden Landkreise befinden sich zudem im nahen Einzugsgebiet des Flughafens München. Für die Landkreise Ebersberg und Dachau wird ein Wachstum von 10,3 % beziehungsweise 10,5 % prognostiziert, für die Landkreise Pfaffenhofen a. d. Ilm und Landshut 11,3 % beziehungsweise 11,8 %.33)

Der weltweite Luftverkehrsmarkt leidet stark unter der Coronavirus-Pandemie. Die Aussichten für die nähere Zukunft sind weniger positiv als die anderer Branchen. Die weiterhin bestehenden Reisebeschränkungen stellen nach wie vor eine erhebliche Belastung dar. Während der Krise konnte der Luftverkehr jedoch seine Systemrelevanz unter anderem durch den Transport medizinischer Güter beweisen. Die IATA ging bis zum Ausbruch der Ukraine-Krise davon aus, dass sich die weltweite Luftverkehrsnachfrage 2022 weiter erholen und weltweit bei 61 % des Vorkrisenniveaus liegen wird. Während für den Inlandsverkehr eine Erholung auf 93 % prognostiziert wird, dürfte sich der internationale Luftverkehr deutlich verhaltener entwickeln und daher 2022 lediglich 44 % seines Vorkrisenniveaus erreichen.34)

Prognostizierter Geschäftsverlauf

Die Luftfahrtindustrie ist bis heute stärker und unmittelbarer als andere Branchen von den Folgen der Ausbreitung des Coronavirus betroffen. Weltweit verhalten sich die Coronavirus-Fallzahlen von Staat zu Staat unterschiedlich. Nichtsdestotrotz geht der Flughafen München für das Jahr 2022 von einer deutlichen Erholung aus, nachdem sich die Reisenachfrage im Jahr 2021 positiv entwickelte. Aktuell rechnet der Konzern mit Passagierzahlen, die sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln. Das erwartete Passagieraufkommen liegt damit bei rund zwei Dritteln des Vorkrisenniveaus von 2019.

Nach derzeitiger Einschätzung rechnet die Geschäftsführung damit, im Jahr 2024 das Verkehrsvolumen aus 2019 wieder zu erreichen. Diese Annahme ist jedoch weiterhin mit großer Unsicherheit verbunden und hängt stark davon ab, wie schnell die Pandemie weltweit eingedämmt werden kann, insbesondere durch eine globale Anwendung von Impfstoffen. Weltweit sind die Impfquoten aber noch nicht ausreichend hoch, sodass neue Virusvarianten entstehen könnten. Wenn diese wieder zu steigenden Inzidenzzahlen und umfangreichen Reiserestriktionen führen sollten, dann würde daraus eine »wesentlich« negative Auswirkung auf den Geschäftsverlauf, die Ertragslage und alle finanziellen Kennzahlen im Konzern resultieren.

Der Flughafen München geht davon aus, dass die Folgen der Krise die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns auch im Jahr 2022 in allen Geschäftsfeldern noch nachhaltig beeinflussen werden. Inwiefern sich die Folgen des militärischen Konflikts zwischen Russland und der Ukraine und der bereits verhängten Sanktionsmaßnahmen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken, ist derzeit nicht abschätzbar.

In Abhängigkeit vom weiteren Verlauf des Kriegs in der Ukraine sowie der Coronavirus-Pandemie sind Abweichungen von der nachfolgend gegebenen Prognose möglich.

Bezüglich der Erlöse aus Flughafenentgelten geht die Geschäftsführung von einer Steigerung analog zur Verkehrsentwicklung aus, unter Bezugnahme auf die neu abgeschlossene mehrjährige Entgeltrahmenvereinbarung.

Die Umsätze im Einzelhandel werden sich analog zur Erholung des Verkehrs ebenfalls positiv entwickeln. Im Gegensatz zu 2021 wird für 2022 die ganzjährige Öffnung aller Shops angenommen.

Für die Umsätze aus Gastronomie und Hotel sowie aus Abfertigungsdiensten, Parken und Werbung wird ein im Vergleich zur Verkehrsentwicklung unterproportionales Wachstum angenommen.

Bei den Umsätzen aus Vermietung und Verpachtung wird im Vergleich zu 2021 eine im Wesentlichen konstante Entwicklung erwartet.

Die übrigen Umsätze, zu denen unter anderem Durchsatzentgelte für die Flugbetriebsstoffversorgung, Umsätze für Versorgungsleistungen und Treibstoffe sowie weltweite Management-, Beratungs- und Schulungsdienstleistungen für die Luftfahrtbranche gehören, entwickeln sich deutlich unterproportional zum Verkehrswachstum, hängen von diesem aber auch nur bedingt ab.

In Summe rechnet die Geschäftsführung in etwa mit einer Verdopplung der Umsätze gegenüber dem Jahr 2021.

Der Materialaufwand dürfte im Vergleich zu den Umsätzen in Summe unterproportional steigen. Die darin enthaltenen Instandhaltungs- und Umbaumaßnahmen werden zunehmen, bedingt durch entsprechende Nachholeffekte aus den Jahren 2020 und 2021 sowie unter anderem im Zusammenhang mit einer Modernisierung im Hotel Hilton.

Der Personalaufwand im Konzern wird in etwa um ein Fünftel steigen. Hauptgrund dafür ist einerseits die nur noch reduzierte Förderung von Kurzarbeit durch die öffentliche Hand und andererseits die verringerten Kurzarbeitsquoten 2022 wegen der wieder steigenden Inanspruchnahme des Personals für Projekte und betriebsrelevante Prozesse und Aufgaben. Diesem aufwandserhöhenden Effekt stehen aber auch aufwandsreduzierende Effekte entgegen. Durch natürliche Fluktuation, Verrentung und das Veränderungsprogramm »Restart« wird die Anzahl der Beschäftigten im Konzern im Jahresdurchschnitt verglichen mit dem Vorjahr sinken. Aufwandsreduzierend wirkt außerdem der in Teilen des Konzerns angewendete Notlagentarifvertrag für die deutschen Flughäfen.

Auch die sonstigen Aufwendungen werden voraussichtlich im Zuge der geschäftlichen Belebung steigen.

Die Abschreibungen werden sich aufgrund von im Jahr 2021 vorgenommenen Wertminderungen auf Vermögenswerte verringern.

Beim Finanzergebnis wird eine Verschlechterung aufgrund der jährlichen Aufzinsungseffekte im Zusammenhang mit den Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften erwartet.

Vor dem Hintergrund der im Vergleich zum Vorkrisen­niveau weiterhin eher niedrigen Umsatzerlöse und der nur bedingt möglichen Gegensteuerung auf der Aufwandsseite (Reduzierung der Ausgaben auf das betriebsnotwendige und gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß), geht der Flughafen München davon aus, dass im Geschäftsjahr 2022 auch nach Umsetzung umfangreicher Gegenmaßnahmen das Ergebnis vor Steuern (EBT) weiterhin negativ sein wird.

Die Geschäftsführung unternimmt massive Anstrengungen, die Liquidität zu sichern beziehungsweise zusätzliche finanzielle Flexibilität zu schaffen. Dies erfolgt über Einsparungen bei sämtlichen Kosten und Investitionen. So werden zum Beispiel verschiebbare Bauprojekte, welche nicht betriebsnotwendig oder von großer strategischer Relevanz sind, in die Zukunft verschoben. An strategischen Projekten wie dem Flugsteig T1 und LabCampus hält die Geschäftsführung auch weiterhin fest. Die Ergebnisse des Programms »Restart« werden 2022 und auch in den Folgejahren umgesetzt, was insbesondere reduzierende Maßnahmen im personellen Bereich durch Vorruhestandsregelungen und Freiwilligenprogramme beinhaltet.

Bezüglich sich abzeichnender Liquiditätsbedarfe steht der Flughafen München in ständigem Austausch mit seinen Hausbanken. Im Lauf des Jahres 2022 wird die Verkehrs-, Ergebnis- sowie Liquiditätsprognose kontinuierlich aktualisiert und in Abhängigkeit von der weiteren Krisenentwicklung entschieden, wann und in welchem Umfang eine Erhöhung der existierenden Kreditlinien initiiert und gegebenenfalls neue Mittel aufgenommen werden müssen. Damit ist sichergestellt, dass der Konzern jederzeit über die notwendige Liquidität verfügt.

Der angenommene Liquiditätsverbrauch setzt voraus, dass die Gegenmaßnahmen bei den Aufwendungen, Investitionen und im personellen Bereich realisiert werden, der Verkehr sich wieder erholt und das erwartete Niveau erreicht. Treten diese Prämissen nicht in der dargestellten Form ein, kann dies zu einem höheren Liquiditätsbedarf und infolgedessen zu einem früheren Verbrauch der bestehenden Liquiditätsreserven führen. Dieser gegebenenfalls höhere Liquiditätsbedarf kann durch den Flughafen München aus heutiger Sicht auf dem Kapitalmarkt gedeckt werden.

Prognostizierte bedeutsamste finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

 

 

2021

 

2022

 

 

Ist

 

Prognose

 

 

 

 

 

 

von

 

bis

 

 

 

 

 

 

in %

 

in %

EBT (in TEUR)

 

-336.257

 

Anstieg

 

50,0

 

90,0

CO2-Einsparungen (in Tonnen)1), 2)

 

1.083

 

Anstieg

 

88,0

 

93,0

Passagiererlebnisindex Gesamtzufriedenheit3)

 

84,98

 

unverändert

 

 

 

0,0

Unfallhäufigkeitsrate (LTIF)4)

 

 

 

Rückgang

 

 

 

-3,0

1)

Ist-Wert CO2-Einsparungen 2021 ohne Einsparung durch Nutzung PCA, also nur Energieeffizienz und Bereitstellung

2)

Je nach Datengrundlage werden die Einsparungen auf Basis von Messungen, Produktdatenblättern oder Leistungsangaben auf Typenschildern ermittelt und in der CO2-Datenbank dokumentiert. In Ausnahmefällen wird auf Erfahrungswerte vergleichbarer, bereits abgeschlossener und verifizierter Maßnahmen zurückgegriffen.

3)

2021 konnte bei der Gesamtzufriedenheit aus dem Passagiererlebnisindex lediglich der Wert aus der zweiten Jahreshälfte 2021 als Zielwert herangezogen werden, da nur in diesem Zeitraum Passagierbefragungen stattfanden.

4)

Als Vergleichszeitraum wurde 2019 (LTIF: 21,96) herangezogen.

Ergebnis vor Steuern (EBT)

Insgesamt rechnet der Flughafen München mit einem deutlich verbesserten EBT, welches aber immer noch negativ sein wird. Die genaue Entwicklung ist vor allem vom Fortgang der Coronavirus-Pandemie abhängig und derzeit nur schwer abzuschätzen. Damit bleibt der Flughafen München auch 2022 deutlich hinter dem Rekordjahr 2019 vor der Krise zurück.

CO2-Einsparungen

Bei den CO2-Einsparungen wird nach dem starken Rückgang 2021 mit einem beträchtlichen Anstieg im Jahr 2022 gerechnet. Aufgrund von Lieferverzögerungen werden für 2021 geplante und bereits begonnene Maßnahmen teilweise erst im Jahr 2022 fertiggestellt. Für das Jahr 2022 werden zusätzliche Einsparungen aus Effizienzmaßnahmen angestrebt. Die geplanten Maßnahmen sollen vor allem den Energiebedarf bei Beleuchtung und Raumlufttechnik verringern.

Passagiererlebnisindex (PEI)

Der Prognosewert von 84,98 beim Passenger-Experience-Index (PEI) für das Jahr 2022 wird auf dem Niveau des Jahres 2021 angesetzt, da die Auswirkungen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie auf den PEI derzeit nicht eingeschätzt werden können. Für das Jahr 2022 wird grundsätzlich erwartet, dass sich die Passagierentwicklung des zweiten Halbjahres 2021 fortsetzt.

Unfallhäufigkeitsrate (LTIF)

Aufgrund der derzeitigen Corona-Lage und deren Auswirkungen auf den Flugverkehr ist die aktuelle Entwicklung bei der Unfallhäufigkeitsrate (LTIF) schwer vorhersehbar. Die Prognose der Unfallzahlen für 2022 orientiert sich an den prognostizierten geleisteten Arbeitsstunden für 2022. Dabei wird eine Verbesserung des LTIF in Höhe von 3 % angenommen.

Um dieses Ziel zu erreichen, sind Maßnahmen geplant, die die möglichen Auswirkungen auf das Unfallgeschehen minimieren. Das Projekt zur Stärkung der Arbeits­sicherheitskultur bei AE München wird so bald wie möglich weitergeführt. Ziel ist die Reduktion der Arbeitsunfälle durch ein sicheres Verhalten am Arbeitsplatz. Außerdem wird im Dialog mit den Führungskräften die Arbeitsorganisation in der FMG und AE München mit dem Fokus auf Unfallgeschehen/-reduzierung und Gefährdungsbeurteilungen analysiert und bei Bedarf optimiert. Darüber hinaus sind im Rahmen der psychischen Gefährdungs­beurteilungen Schulungen für die Führungskräfte ab dem zweiten Quartal 2022 geplant.

30) ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021

31) ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021; Sachverständigenrat der Bundes­regierung, Jahresgutachten 2021/22, November 2021

32) ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021

33) Bayerisches Landesamt für Statistik, Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2040, Januar 2022

34) IATA, Losses Reduce but Challenges Continue – Cumulative $201 Billion Losses for 2020-2022, 4. Oktober 2021

Teilen Sie diesen Bericht auf Social Media: