Steuerungssystem und Wertemanagement

Der Flughafen München misst die Leistung seiner Führungskräfte mithilfe finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen. Die bedeutsamsten sind die Kennzahlen zur unternehmerischen Nachhaltigkeit und zur Qualität. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) deckt die ökonomische Perspektive ab, während der Passagiererlebnisindex (PEI) über die Erreichung der Qualitätsziele, die als strate­gische Stoßrichtung die Steigerung der Kundenzufrieden­heit vorsehen, den Kunden in den Mittelpunkt stellt. Die CO2-Einsparungen decken die ökologische Perspektive ab. Mit der Aufnahme der Unfallhäufigkeitsrate (Lost Time Incident Frequency = LTIF) als soziale Steuerungskennzahl in das Steuerungssystem ab dem Jahr 2022 ver­wendet der Konzern Kennzahlen aus allen drei Perspektiven des klassischen Nachhaltigkeitsmanagements (Ökonomie, Ökologie und Soziales).

Um die Relevanz der bedeutsamsten Leistungsindikatoren für Stakeholder zu ermitteln und regelmäßig zu bestätigen, befragt die FMG jedes Jahr interne und externe Anspruchsgruppen.

Ergebnis vor Steuern (EBT)

Die Ergebnisziele der Führungskräfte werden auf Basis des Ergebnisses vor Steuern (EBT) formuliert.

Das EBT ist die Ausgangsgröße zur Bestimmung der Ertragskraft. Es handelt sich um das Konzernergebnis vor Ertragsteuern, ermittelt unter Anwendung der Internationalen Rechnungslegungsstandards in ihrer durch die Europäische Kommission in europäisches Recht übernommenen Fassung.

CO2-Einsparungen

Mit der Kennzahl »CO2-Einsparungen« wird die Reduktion der Emissionen durch die gezielte Umsetzung von CO2-Einsparmaßnahmen in Tonnen gemessen. Aber auch Faktoren wie die Schonung von Ressourcen oder der effiziente Einsatz von Energie lassen sich damit berücksichtigen. Es werden nur Maßnahmen gezählt, welche jährlich wiederkehrende Einsparungen zur Folge haben (zum Beispiel Austausch der Beleuchtung). Einmalige Einspareffekte, wie das Kaufen einer definierten Menge an Biodiesel, werden zwar ausgewiesen, in der Bilanz aber nicht berücksichtigt. Der Flughafen München hat sich Ende des Jahres 2016 als Klimaziel gesetzt, den Betrieb ab dem Jahr 2030 CO2-neutral abzuwickeln. Mindestens 60 % der Emissionen sollen effektiv eingespart, der verbleibende Rest mit hochwertigen Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden. In die Betrachtung fließen die durch Energiebereitstellung und Kraftstoffverbrauch vom Flughafen München selbst verursachten Emissionen (Scope 1) und die Emissionen aus der zugekauften Energie (Scope 2) ein.

Passagiererlebnisindex (PEI)

Der PEI ist ein Messmodell für Kundenzufriedenheit, das es dem Flughafen München erlaubt, standortspezifische, an die Bedürfnisse der Zielgruppen angepasste Zielwerte abzuleiten und die Handlungsfelder zur Leistungsverbesserung den vorhandenen Kundenkontaktpunkten zuzuweisen. Aus Gründen der Objektivität ermittelt ein unabhängiger, externer Dienstleister diese Werte. Er erhebt in Primärbefragungen regelmäßig während des gesamten Jahresverlaufs die Zufriedenheit von abfliegenden und ankommenden Reisenden. Auf Quartalsbasis und am Jahresende erhält der Flughafen München so zahlreiche Detailinformationen über die Zufriedenheit seiner Fluggäste in zehn Kategorien entlang der Passagiererlebniskette. Die ursprünglich für das ganze Jahr 2021 geplanten Messungen fanden aufgrund der anhaltenden Corona­virus-Pandemie nur in der zweiten Jahreshälfte 2021 statt.

Unfallhäufigkeitsrate (LTIF)

Die LTIF stellt eine benchmarkfähige Unfallhäufigkeitsrate dar. Sie setzt die Anzahl der Arbeitsunfälle in Relation zu den geleisteten Arbeitsstunden. Zur Ermittlung der LTIF zählen ausschließlich Arbeitsunfälle mit einer Ausfallzeit ab einem Tag. Wegeunfälle werden hier nicht berücksichtigt. Arbeitsunfälle sind gemäß § 8 SGB VII Unfälle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz nach § 2, 3 oder 6 begründenden Tätigkeit (versicherte Tätigkeit). Unfälle sind zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führen. Diese Kennzahl wird im ersten Jahr für die beiden größten Konzernunternehmen (FMG und AeroGround München) erhoben. Zukünftig werden weitere Gesellschaften einbezogen.

Die Steuerungsintention ist die Reduktion der Häufigkeit von Arbeitsunfällen, unfallbedingten Ausfallzeiten und damit verbundenen Unfallkosten sowie die Sensibilisierung zur Unfallthematik insgesamt.

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