Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Ertragslage

Ergebnis nach Steuern weiterhin von der Coronavirus-Pandemie geprägt

Im Geschäftsjahr 2021 konnte das Ergebnis nach Steuern (EAT) des Flughafens München um TEUR 60.105 auf TEUR -261.296 verbessert werden. Nachfolgend werden die Entwicklungen im Einzelnen erläutert.

Ertragslage

 

 

 

 

 

 

Zu-/Abnahme

TEUR

 

2021

 

2020

 

Absolut

 

Relativ in %

Umsatzerlöse

 

601.276

 

579.672

 

21.604

 

3,7

Sonstige Erträge

 

79.206

 

44.543

 

34.663

 

77,8

Gesamtleistung

 

680.482

 

624.215

 

56.267

 

9,0

Materialaufwand

 

-249.702

 

-232.577

 

-17.125

 

7,4

Personalaufwand

 

-419.095

 

-408.606

 

-10.489

 

2,6

Sonstige Aufwendungen

 

-57.501

 

-144.870

 

87.369

 

-60,3

EBITDA

 

-45.816

 

-161.838

 

116.022

 

-71,7

Abschreibungen

 

-239.851

 

-242.016

 

2.165

 

-0,9

EBIT

 

-285.667

 

-403.854

 

118.187

 

-29,3

Finanzergebnis1)

 

-50.590

 

-29.566

 

-21.024

 

71,1

EBT

 

-336.257

 

-433.420

 

97.163

 

-22,4

Ertragsteuern

 

74.961

 

112.019

 

-37.058

 

-33,1

EAT

 

-261.296

 

-321.401

 

60.105

 

-18,7

1)

Hierin ist auch das Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen enthalten.

Die Verkehrserholung im Jahr 2021 führte zu einem Anstieg der Umsatzerlöse aus Flughafenentgelten von TEUR 164.782 auf TEUR 187.437 (+13,7 %). Nichtsdestotrotz befinden sich die Umsatzerlöse auf einem geringen Niveau und sind weiterhin von der Coronavirus-Pandemie geprägt.

Auch die Umsatzerlöse aus Abfertigungsdiensten erhöhten sich insgesamt um TEUR 7.937 (+12,0 %), vor allem im Bereich der Dienstleistungen für Boden­abfertigungen. Alle Airlines passten immer wieder kurzfristig ihre Flug­angebote an die entsprechenden Reisebeschränkungen an.

Die Umsatzerlöse in den anderen Bereichen entwickelten sich wie folgt:

Umsatzerlöse andere Bereiche

In TEUR

Umsatzerlöse andere Bereiche (Säulendiagramm (horizontal))

In den übrigen Umsatzerlösen sind weltweite Management-, Beratungs- und Schulungsdienstleistungen für die Luftfahrtbranche in Höhe von TEUR 26.747 (2020: TEUR 20.247) enthalten.

Die sonstigen Erträge beinhalten mit TEUR 12.083 Einmaleffekte aus Wirtschaftshilfen (November- und Dezemberhilfen) im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie für eine Tochtergesellschaft.

Nach fast 30 Jahren Betriebszeit nimmt der Sanierungsbedarf der Bauten aus der ersten Ausbaustufe des Flughafens München weiter zu. Dementsprechend stiegen die Aufwendungen für Sanierungs-, Optimierungs- und Umbaumaßnahmen (+TEUR 19.285), vor allem im Zuge der im Jahr 2021 durchgeführten Modernisierung im Hotel. Dagegen blieben die restlichen Kosten im Materialaufwand, trotz des Anstiegs des Flugverkehrs, durch die fortgeführten Kostensenkungsmaßnahmen im Konzern auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Personalaufwand des Flughafens München erhöhte sich insbesondere durch die weiteren Personalanpassungsprogramme, die im Jahr 2021 konzernweit gestartet und umgesetzt wurden. Insgesamt reduzierte sich der Mitarbeitendenbestand von durchschnittlich 9.384 auf 8.569.

Bereinigt um die im Vorjahr bilanzierten Aufwendungen für Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Veränderungsprogramm »Restart« (TEUR 76.868) reduzierten sich die sonstigen Aufwendungen insgesamt um 15,4 % (-TEUR 10.501) aufgrund des strikten Kostenmanagements im Konzern.

In den Abschreibungen (TEUR 239.851; 2020: TEUR 242.016) sind Wertminderungen von Vermögenswerten in Höhe von TEUR 31.081 (2020: TEUR 42.495) enthalten. Diese beziehen sich im Geschäftsjahr 2021 vor allem mit TEUR 26.300 auf Vermögenswerte, die durch neu abgeschlossene Mietverträge bewertet wurden. Im Vorjahr waren in den Wertminderungen vor allem mit TEUR 24.663 getätigte Planungsleistungen der dritten Start- und Landebahn, die durch die Verschiebung im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie neu zu erbringen sind, enthalten.

Das Finanzergebnis (inklusive Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen) verschlechterte sich um TEUR 21.024 auf TEUR -50.590. Ursächlich hierfür waren vor allem die zahlungsunwirksamen Effekte aus der Neubewertung der Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften im sonstigen Finanzergebnis.

In den Ertragsteuern sind tatsächliche Steueraufwendungen in Höhe von TEUR 2.587 (2020: Steuerertrag von TEUR 704) sowie latente Steuererträge von TEUR 77.548 (2020: TEUR 111.315) enthalten. Die hohen latenten Steuererträge sind im Wesentlichen auf den Ansatz von steuerlichen Verlustvorträgen zurückzuführen, da die Konzerngesellschaften davon ausgehen, in den nächsten Jahren wieder positive Ergebnisse zu erwirtschaften.

Vermögens- und Finanzlage

Vermögen – der Flughafen München sichert seine Liquidität im zweiten Corona-Jahr

Vermögenslage

 

 

 

 

 

 

Zu-/Abnahme

TEUR

 

31.12.2021

 

31.12.2020

 

Absolut

 

Relativ in %

Langfristige Aktiva

 

5.328.662

 

5.315.139

 

13.523

 

0,3

Kurzfristige Aktiva1)

 

164.483

 

213.451

 

-48.968

 

-22,9

davon Zahlungsmittelbestand

 

16.963

 

9.717

 

7.246

 

74,6

Aktiva

 

5.493.145

 

5.528.590

 

-35.445

 

-0,6

Eigenkapital

 

1.815.132

 

2.064.962

 

-249.830

 

-12,1

Übrige langfristige Passiva2)

 

2.754.453

 

2.530.126

 

224.327

 

8,9

Übrige kurzfristige Passiva2)

 

923.560

 

933.502

 

-9.942

 

-1,1

Passiva

 

5.493.145

 

5.528.590

 

-35.445

 

-0,6

1)

Einschließlich Vermögenswerte mit Veräußerungsabsicht

2)

Einschließlich Finanzschulden aus Personengesellschaften

Der Anstieg der langfristigen Aktiva (+TEUR 13.523) betraf im Wesentlichen mit TEUR 8.939 die vertraglichen Vermögenswerte sowie mit TEUR 6.984 die aktiven latenten Steuern.

Im Geschäftsjahr 2021 reduzierten sich die Liquiditätsreserven des Flughafens München aufgrund der Krise von TEUR 67.985 auf TEUR 34.984. Der Bestand zum Jahresende resultierte aus der Neuaufnahme von Finanzmitteln zur Liquiditätssicherung, die in den kurzfristigen Aktiva enthalten sind. Darüber hinaus reduzierten sich die sonstigen Vermögenswerte (-TEUR 13.523) auf TEUR 19.263, bedingt durch die im Vorjahr höheren Forderungen gegen das Finanzamt.

Die Veränderung des Eigenkapitals auf TEUR 1.815.132 resultiert im Wesentlichen aus dem Konzernjahresfehlbetrag des laufenden Geschäftsjahres von TEUR 261.296.

Der Anstieg der langfristigen Schulden auf TEUR 2.754.453 ist vor allem auf die Aufnahme von Finanzmitteln von insgesamt TEUR 425.000 zur Liquiditätssicherung zurückzuführen.

In den kurzfristigen Schulden sind Tilgungen von Darlehen enthalten, die im Geschäftsjahr 2022 fällig werden. Insgesamt beträgt der Saldo zum Stichtag TEUR 172.673 (Vorjahr: TEUR 212.751). Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten um TEUR 33.409 auf TEUR 145.006.

Kapitalstruktur – Aufnahme von Darlehen zur Liquiditätssicherung

Kapitalstruktur

 

 

 

 

 

 

Zu-/Abnahme

TEUR

 

31.12.2021

 

31.12.2020

 

Absolut

 

Relativ in %

Gezeichnetes Kapital

 

306.776

 

306.776

 

0

 

0,0

Rücklagen

 

90.083

 

133.651

 

-43.568

 

-32,6

Übriges Eigenkapital

 

1.418.253

 

1.624.515

 

-206.262

 

-12,7

davon Jahresergebnis

 

-261.296

 

-321.401

 

60.105

 

-18,7

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

 

20

 

20

 

0

 

0,0

davon Jahresergebnis

 

0

 

1

 

-1

 

-100,0

Eigenkapital

 

1.815.132

 

2.064.962

 

-249.830

 

-12,1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften

 

348.177

 

334.619

 

13.558

 

4,1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesellschafterdarlehen1)

 

523.255

 

512.788

 

10.467

 

2,0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Darlehen mit fester Zinsbindung

 

1.591.512

 

1.220.872

 

370.640

 

30,4

Darlehen mit variabler Zinsbindung

 

514.238

 

603.417

 

-89.179

 

-14,8

Darlehen

 

2.105.750

 

1.824.289

 

281.461

 

15,4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Derivate

 

1.297

 

16.341

 

-15.044

 

-92,1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonstige Schulden

 

699.534

 

786.052

 

-86.518

 

-11,0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fremdkapital

 

3.678.013

 

3.474.089

 

203.924

 

5,9

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigenkapitalquote

 

33,0 %

 

37,3 %

 

 

 

 

1)

Inklusive gestundete Zinsen

Die Eigenkapitalquote sank vor allem aufgrund des Ergebnisses des Geschäftsjahres sowie der Aufnahme von Darlehen zur Liquiditätssicherung.

Die wesentlichen Ausstattungsmerkmale der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten des Flughafens München können der nachfolgenden Übersicht entnommen werden:

Konditionen langfristiger Darlehen

 

 

 

 

 

 

 

 

Zinssatz in %

Finanzierungsart

 

Währung

 

Zinsbindung

 

Restschuld in TEUR

 

von

 

bis

Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften

 

EUR

 

ergebnisabhängig

 

348.177

 

 

Gesellschafterdarlehen

 

EUR

 

variabel/ergebnisabhängig

 

491.913

 

Basiszins zzgl. Marge

Darlehen

 

EUR

 

variabel

 

516.536

 

3M- und 6M-EURIBOR zzgl. Marge

Darlehen

 

EUR

 

fest

 

1.592.366

 

0,16

 

3,46

(Stand 31.12.2021)

Die Gesellschafterdarlehen stehen unbefristet zur Verfügung und werden anhand des Basiszinssatzes zuzüglich einer Marge verzinst.

Die Darlehen sind mit üblichen nicht-finanziellen Covenants, unter anderem Pari-Passu-Erklärungen, ausgestattet. Darüber hinaus bestehen weitere allgemein übliche Vereinbarungen zur Rückzahlung bei Veränderungen in der Gesellschafterstruktur. Finanzielle Covenants wurden nicht vereinbart.

Risiken aus Zins- und Wechselkursschwankungen begegnet der Flughafen München durch Absicherung mittels Zinspayerswaps und Devisentermingeschäften. Die Zinssicherungen werden als Bewertungseinheit bilanziert.

Konditionen der Sicherungsgeschäfte

 

 

 

 

 

 

Fixzins
in %

 

Terminkurs in EUR/USD

 

 

Sicherungsgeschäfte

 

Nominal

 

Währung

 

von

 

bis

 

von

 

bis

 

Grundgeschäfte

Zinspayerswaps

 

55.000

 

TEUR

 

0,50

 

0,60

 

 

 

Konsortial­kredite

Devisentermingeschäfte1)

 

2.573

 

TEUR

 

 

 

1,18

 

1,22

 

erwartete Transaktionen

1)

Diese Sicherungsbeziehungen werden nicht bilanziert.

Liquidität

Aufgrund der besseren Verkehrsentwicklung sowie dem strikten Kostenmanagement im Geschäftsjahr 2021 konnte der Mittelabfluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit (Vorjahr: TEUR 116.048) im zweiten Corona-Jahr deutlich reduziert werden.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit ergab sich vor allem aus den Investitionen in Bauprojekte. Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 124.197 auf TEUR 248.665 insbesondere aufgrund der geringeren Aufnahme von langfristigen Finanzschulden zur Sicherung der Liquidität sowie der höheren Tilgungen von Darlehen.

Kapitalflussrechnung

In TEUR

Kapitalflussrechnung (Liniendiagramm)

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2021 lagen die Investitionen in selbstgenutzte Sachanlagen am Flughafen München insgesamt bei TEUR 244.628. Dem standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 199.553 gegenüber.

In diesen Investitionen sind vor allem Kosten für Bauprojekte enthalten, die im Geschäftsjahr 2021 noch nicht abgeschlossen waren. Hierzu zählten unter anderem Investitionen im Zusammenhang mit der Erschließung der AirSite West inklusive dem Projekt »LabCampus«, der Erweiterung und der Modernisierung des Terminals 1 sowie dem Ausbau des Bahntunnels für den Erdinger Ringschluss.

Zudem wurden Bauprojekte wie die Vorfelderweiterung Ost, das Parkhaus P44 und die Teststrecke für autonomes Fahren abgeschlossen und in Betrieb genommen.

Weitere Erläuterungen hierzu sind im Abschnitt Wichtige Ereignisse im abgeschlossenen Geschäftsjahr zu finden.

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