Wirtschaftliches Umfeld

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die Wirtschaft erholt sich vom krisenbedingten Einbruch

Für ein internationales Luftverkehrsdrehkreuz wie den Flughafen München ist neben der nationalen auch die internationale Wirtschaftsentwicklung entscheidend.

Die Weltwirtschaft erholt sich langsam von der Corona-Krise. Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie belasteten jedoch weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung. Neben den bekannten Eindämmungsmaßnahmen bremsten seit Jahresbeginn zunehmende Liefer- und Kapazitäts­engpässe die globale Wirtschaftsentwicklung. Das weltweite reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2021 um 6,0 % (2020: -3,0 %). Die Wachstumsrate lag damit 0,5 Prozentpunkte oberhalb der Vorjahres­prognose.5)

In den Schwellenländern wuchs die Wirtschaft mit einer Rate von insgesamt 7,3 % (Vorjahr: -0,4 %). Beim Blick auf einzelne Länder erholte sich die Wirtschaft der Volks­republik China vergleichsweise schnell vom krisen­bedingten Einbruch und erreichte bereits im frühen Jahres­verlauf 2020 das Vorkrisenniveau. Jedoch wurde im Jahr 2021 auch die chinesische Volkswirtschaft von den Krisen­auswirkungen belastet. Der Dienstleistungsbereich war pandemiebedingt zeitweise erheblich eingeschränkt. Die Industrie wurde durch anhaltende Engpässe bei Vorprodukten, temporären Produktionsausfällen im Zusammenhang mit lokal ansteigenden Infektionszahlen sowie einer Stromrationierung in weiten Teilen der energie­intensiven Produktion belastet. Insgesamt ergab sich für 2021 jedoch eine solide Wachstumsrate von 8,1 % (2020: 2,3 %). Auch Indien wurde im Frühjahr besonders heftig von einer neuen Corona-Infektionswelle getroffen. Das bremste die bis zu diesem Zeitpunkt kräftige Erholung der indischen Wirtschaft. Die Wachstumsrate des realen BIP lag 2021 in Indien bei 7,4 % (Vorjahr: -6,9 %).6)

Die Wirtschaftsleistung der Industrienationen hat sich vom Einbruch des Vorjahres erholt und erreichte im dritten Quartal 2021 erstmals wieder ihr Vorkrisenniveau. Insgesamt verzeichneten die fortgeschrittenen Volkswirtschaften 2021 eine Zunahme des BIP um 4,9 %. Die US-Wirtschaft legte um 5,5 % zu. Einen wesentlichen Anteil zur wirtschaftlichen Erholung trugen die privaten Konsumausgaben bei. Die britische Wirtschaft expandierte sogar mit einer Rate von 6,6 %. Tragende Säule war hier die Erholung des privaten Konsums. Die industrielle Produktion wurde dagegen auch dort durch die weltweiten Lieferengpässe bei wichtigen Vorprodukten belastet. Darüber hinaus kam es in Folge der Pandemie und des Brexits zur Abwanderung ausländischer Arbeitnehmer vor allem im Gastgewerbe und in der Transportbranche.6)

Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer weltweit

In %

Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer weltweit (Säulendiagramm (vertikal))
Wachstum BIP 2020 und 20217)
Im Euroraum erholte sich das BIP (+5,0 %) deutlich im Vergleich zum Vorjahr, und die Wirtschaftsleistung expandierte um 4,9 %. Das Wachstum ist dabei vergleichsweise heterogen über die Mitgliedsstaaten verteilt. Der Dienstleistungsbereich war im ersten Quartal durch die Beschränkungen im Zuge der Pandemie belastet und erholte sich schrittweise im weiteren Jahresverlauf. Andererseits überwand die Industrieproduktion zunächst schnell den Einbruch im Jahr 2020, litt aber im Jahresverlauf 2021 zunehmend unter Lieferengpässen wichtiger Vorprodukte. Durch das breitflächig eingesetzte Instrument der Kurzarbeit konnte ein signifikanter Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert werden. Gleichzeitig nahm die Inflation im Zuge der wirtschaftlichen Erholung stark zu. Nichtdestotrotz ist die Geldpolitik der europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin expansiv ausgerichtet.6)

Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer europaweit

In %

Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer europaweit (Säulendiagramm (vertikal))
Wachstum BIP 2020 und 20217)

Auch die deutsche Wirtschaft befindet sich in der Erholungsphase. Der Dienstleistungsbereich entwickelte sich nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Frühsommer positiv. Allerdings kam es mit der Zunahme des Infektionsgeschehens im Herbst zu Einschränkungen. Die weltweiten Lieferengpässe bei entsprechenden Vorprodukten belasteten das verarbeitende Gewerbe, den Handel und die Industrie deutlich. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 3,1 %, hierbei verzeichnete der Monat November mit 5,2 % den höchsten Wert seit 30 Jahren. Die Erholung zeigte sich im Vergleich zum Vorjahr im privaten Konsum (+0,4 %), bei Im- und Exporten (+7,8 %/+7,3 %) sowie bei den Bruttoanlageinvesti­tionen (+1,6 %). Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 5,7 %. Insgesamt stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2021 mit einer Rate von 2,5 %.7)

Der Ölpreis (Marke Brent) schwankte 2021 in einem Intervall zwischen 51 und 86 US-Dollar je Barrel. Der Tiefstand wurde zu Jahresbeginn verzeichnet, der Höchststand Ende Oktober. Zum Jahresende lag der Ölpreis bei rund 79 US-Dollar je Barrel.8)

Wirtschaftliches Umfeld Luftverkeh (Aviation)

Zweites Corona-Jahr im Luftverkehr

Das zweite Jahr mit gravierenden, pandemiebedingten Beschränkungen zeigte erhebliche Auswirkungen auf den Luftverkehr. Ein Großteil der Fluggesellschaften weltweit musste staatliche Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Der Deutschen Lufthansa gelang es allerdings im Jahresverlauf, die nur teilweise in Anspruch genommenen Staatshilfen komplett am freien Markt zu refinanzieren. Auch Flughäfen litten in hohem Maße unter den wirtschaftlichen Auswirkungen des einbrechenden Verkehrs. Erst im weiteren Jahresverlauf hellte sich die Situation auf und die Nachfrage kehrte zurück, auch wenn sie weiterhin deutlich hinter dem Referenzjahr 2019 zurückblieb.9)

Eine Passagierbefragung der IATA (International Air Transport Association) zeigte, dass 86 % der Passagier:innen den Covid 19-Maßnahmen an Bord von Flugzeugen großes Vertrauen entgegenbrachten. Die Fluggäste akzeptierten die geltenden Regeln und standen den Maßnahmen demnach aufgeschlossen gegenüber. Dieses Fazit bestätigte ebenso eine am Flughafen München durchgeführte Befragung.10) Laut IATA gaben allerdings 60 % der Reisenden an, die Reisebeschränkungen durch die Regierungen seien zu weit gegangen, 75 % beklagten einen Verlust an Lebensqualität und 86 % befürworteten eine Öffnung der Grenzen.11) Ein Wunsch, der auch durch Analysen der Weltgesundheitsorganisation WHO gestützt wurde.12) Ein Großteil der Verkehrseinbrüche der vergangenen zwei Jahre und des damit einhergehenden wirtschaftlichen Verlusts der Luftverkehrsbranche ist auf kurzfristig verhängte Reisebeschränkungen und der daraus folgenden Verunsicherung der Kund:innen zurückzuführen.

Die weltweiten Verkehrseinbrüche sind nach Meldungen der IATA mit einem Rückgang um -58,4 % an verkauften Passagierkilometern (verglichen mit dem Referenzjahr 2019), nach -65,9 % im Vorjahr, weiterhin verheerend. Im Vergleich zum Vorjahr wurde jedoch seit April ein deutliches Plus erzielt. Besonders betroffen war und ist der internationale Passagierverkehr (-75,5 % zu 2019), wo die pandemiebedingten Reisewarnungen und -beschränkungen am stärksten wirkten. Dagegen erwies sich der Inlandsverkehr weltweit mit -28,2 % zum Jahr 2019 als relativ krisenresistent. So lag beispielsweise die Entwicklung der Inlandsverbindungen in Russland mit +24,2 % sogar über dem Niveau des Jahres 2019. Ähnlich entwickelte sich der chinesische Inlandsmarkt, bis diverse Corona-Ausbrüche die Entwicklung hemmten. Trotzdem wurden noch 75,6 % des Vorkrisenniveaus erreicht. Der US-amerikanische Inlandsmarkt näherte sich bis auf 76,2 % an die Ergebnisse von 2019 an, wobei Flug­häfen in Regionen ohne Covid-Restriktionen (zum Beispiel Miami) die Krise bereits vollständig überwunden haben.13)

Die Nachfrage nach Luftfracht blieb 2021 weltweit hoch. Treiber waren neben der wirtschaftlichen Entwicklung Engpässe in der Containerschifffahrt. Bei hohen Frachtraten wuchs die Luftfracht, gemessen in Frachttonnenkilometern, um 6,9 % im Vergleich zu 2019 – zum Vorjahr sogar um 18,7 %, und erzielte das beste Jahresergebnis seit 1990. Das Angebot an Frachttonnenkilometern verbesserte sich zum Vorjahr um 13,8 %, auch durch die schrittweise Rückkehr der auf der Passagierlangstrecke transportierten Beiladefracht.14)

Nach Ausführungen des europäischen Flugsicherungsdienstleisters Eurocontrol erholte sich der europäische Luftverkehr im Jahr 2021 zwar, blieb jedoch mit 6,2 Millionen Flügen weiterhin deutlich unter dem Wert des Jahres 2019 (-44 %). Auf Länderebene war Deutschland überdurchschnittlich betroffen und erreichte nur 50 %. Eine Betrachtung der Verkehrszahlen an Flughäfen zeigte, dass München mit einem Verlust von -64 % des Verkehrsaufkommens nach Manchester zusammen mit Düsseldorf der am stärksten betroffene Flughafen der Top 40 Airports war. Besonders litten die großen Passagierdrehkreuze Europas, die zugleich von lokalen wie weltweiten Corona-Restriktionen betroffen waren. Flughäfen mit hohem Anteil an Privat- und Urlaubsreisenden sowie starkem Inlandsverkehr waren weniger betroffen.15)

Die in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) organisierten Flughäfen verzeichneten im Jahr 2021 deutlich bessere Verkehrszahlen als im Vorjahr. Insgesamt wurden 78,5 Millionen Passagiere (+23 %) abgefertigt, was allerdings um 68,6 % unter dem Ergebnis von 2019 lag. Das Cargo-Aufkommen (Luftfracht und Luftpost) erreichte dagegen mit 5.405.841 Tonnen einen neuen Höchststand (+17,4 %) und übertraf das Jahr 2019 um 13,0 %.16)

Der Bericht zur Lage der Branche des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zeigt eine unterdurchschnittliche Entwicklung deutscher Flug­gesellschaften. Im europäischen Vergleich zu 2019 gingen die verkauften Passagierkilometer in Deutschland um -70 % zurück, in Gesamteuropa um -61 % und weltweit um -58 %. Am besten entwickelten sich die nordamerikanischen Airlines, die -39 % verloren. Dagegen waren die asiatischen Airlines mit -67 % und Fluggesellschaften aus dem Mittleren Osten mit -70 % genauso stark betroffen. In Deutschland verloren deutsche Fluggesellschaften 2 % Marktanteil, was unter anderem auf eine kontinuierliche Verschiebung von Verkehren zu außereuropäischen Drehkreuzen zurückzuführen ist.17)

Nach Rückgängen von teilweise über 90 % zu Jahres­beginn stabilisierte sich nach Aussage des BDL die Nachfrage in den Sommermonaten, um zum Jahresende, ausgelöst durch die »Omikron-Variante«, erneut zu stagnieren. Auch die Zahl der Flugbewegungen war nach Analysen des BDL (SRS Analyser) schwach und lag bei nur 39 % der Flüge des Jahres 2019. Damit verlief die Entwicklung deutlich verhaltener als in europäischen Referenz­staaten. Insbesondere Staaten mit hohem Touristikaufkommen profi­tierten, wie die Türkei mit 65 % und Griechenland mit 71 % des Aufkommens aus 2019, ebenso wie Staaten mit starkem Inlandsverkehr. Der innerdeutsche Verkehr dagegen ist durch Distanzen bestimmt, die auch per Pkw oder Bahn zurückgelegt werden können. Zudem war der von internationalem Verkehr geprägte europäische Drehkreuz­verkehr von den Reisebeschränkungen besonders betroffen. Gleichzeitig führten wettbewerbsver­zerrende Rahmenbedingungen zu Verlagerungen an außereuropäische Hubs.18)

Die International Civil Aviation Organization (ICAO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, schätzt die monetären Verluste der Fluggesellschaften im Passagierverkehr weltweit für das Jahr 2020 auf 372 Milliarden Dollar und für das Jahr 2021 auf 324 Milliarden Dollar; dies entspricht fast einer Milliarde Dollar Verlust pro Tag. Verglichen mit 2019 verloren die Fluggesellschaften weltweit im Jahr 2020 circa -60 % ihrer Passagiere und im Jahr 2021 -49 %. Auch die Deutsche Lufthansa wurde schwer getroffen und war nach Pressemeldungen in Spitzenzeiten der Coronavirus-Pandemie mit Kosten von bis zu einer Million Euro pro Stunde konfrontiert.19)

Wirtschaftliches Umfeld Commercial Activities

Stationärer Einzelhandel verliert weiter

Trotz der Coronavirus-Pandemie geht der Handels­verband Deutscher Einzelhändler von einem Umsatzwachstum in Höhe von 1,8 % auf 587,8 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr aus. Dieses Wachstum entsteht großteils im Online-Handel (2021: +19,2 %). Der stationäre Einzelhandel leidet aufgrund der anhaltenden Krise. Vor allem der Bekleidungshandel verlor weitere 9 % seiner Umsätze gegenüber dem Vorjahr und somit -30 % gegenüber 2019.20)

Im Handel ist der Geschäftsklimaindex deutlich gesunken; im Dezember 2021 gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Punkte.21)

Gastronomie und Hotelgewerbe – Umsatzentwicklung stagniert

Der reale Umsatz im Gastgewerbe hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Nominal ist der Umsatz um 2 % gestiegen. Im Vergleich zu 2019 wurden jedoch real 40 % und nominal fast 36 % weniger umgesetzt.22)

In den einzelnen Wirtschaftsbereichen zeigten sich folgende Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr: Bei den Hotels und sonstigen Beherbergungsunternehmen fiel der Umsatz um 3,0 %, was preisbereinigt einen Rückgang von 4,3 % darstellt. Die Gastronomie verzeichnete einen realen Umsatzrückgang in Höhe von 8,6 % und der Cateringbereich in Höhe von 3,2 %.23)

Werbewirtschaft – Außenwerbung erreicht neue Bestmarke

In der für den Flughafen relevanten Werbegattung Out-of-Home wurde ein Umsatzrekord von 2,5 Milliarden Euro erzielt. Der Bruttoumsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 8 % gestiegen, und sogar das bisher beste Jahr 2019 wurde um 1 % übertroffen.24)

Parkraumbewirtschaftung – Abhängigkeit vom Passagieraufkommen

Die Passagierrückgänge aufgrund der Coronavirus-Pandemie setzen dem Parkgeschäft weiterhin zu. Auch wenn grundsätzlich aus Hygienegründen der Anteil von Fahrten im eigenen Auto stieg, ist aufgrund der 2021 andauernden Mobilitätseinschränkungen ein insgesamt deutlich niedrigeres Reiseaufkommen zu verzeichnen.

Wirtschaftliches Umfeld Immobilien­vermarktung (Real Estate)

Münchner Bürovermietungsmarkt im Aufwärtstrend

Der Bürovermietungsmarkt in München konnte das Jahr 2021 mit einem guten Schlussquartal beenden und schloss bei einem Flächenumsatz von 664.500 m2, wovon 55.200 m2 auf Eigennutzer entfielen. Der Aufwärtstrend aus dem Vorquartal hielt somit weiter an, und das umsatzschwache erste Halbjahr fiel nicht mehr so stark ins Gewicht. Der 10-Jahres-Durchschnitt wurde um 15 % unterschritten, der Flächenumsatz lag jedoch im Vergleich zu 2020 um 17 % höher (2020: 567.800 m2). Im Segment zwischen 1.001 und 5.000 m2 macht sich bemerkbar, dass Unternehmen wieder nach Büroflächen suchen, nachdem sie in der ersten Pandemiephase zunächst abwartend agierten.25)

Ende 2021 standen mit 1.055.600 m2 rund 268.000 m2 mehr Flächen leer als ein Jahr zuvor. Die Leerstandsrate lag im Geschäftsjahr bei 4,7 % (2020: 3,5 %). Der Anstieg der Leerstandquote ist im letzten Quartal zum Stillstand gekommen, denn es gab im Vergleich zum Vorquartal nahezu keine Veränderung der kurzfristig verfügbaren Fläche. Im Stadtgebiet betrug der Leerstand 3,7 %, im Umland standen 7,5 % des Bestands leer.25)

Die Mietpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr. Die Durchschnittsmiete des Gesamtmarkts erhöhte sich um 9 % auf 23,50 Euro/m2 (2020: 21,50 Euro/m2) und die Spitzenmiete um 5 % auf 41,50 Euro/m2 (2020: 39,50 Euro/m2). Die Entwicklung bei der Spitzenmiete ergab sich, weil die Neubauvermietungen in Spitzenlagen deutlich über 40,00 Euro/m2 lagen. Der Flächenanteil der hochpreisigen Anmietungen war relativ hoch und führte auch zu einer Steigerung der Durchschnittsmiete. Die Durchschnittsmiete lag im Umland bei 13,70 Euro/m2 (2020: 13,10 Euro/m2). Bei den Angebotsmieten ist weiterhin eine Seitwärtsbewegung der Preise zu beobachten.26)

Im Jahr 2022 wird es eine beträchtliche Anzahl an Neubauflächen auf dem Markt geben. Es werden fast 600.000 m2 fertiggestellt, von denen 56 % noch verfügbar sind (2020: 276.000 m2). Hohe Fertigstellungszahlen treffen auf eine unterdurchschnittliche Nachfrage, daher muss auch im Jahr 2022 mit steigenden Leerständen gerechnet werden. Die Vermarktung wird länger dauern, weil die Neubauflächenknappheit der Jahre vor der Pandemie nun nicht mehr gegeben ist. Generell stehen Neubauflächen bei Mietern aber nach wie vor hoch im Kurs, da sich dort neue Bürokonzepte meist einfacher umsetzen lassen.26)

Die deutsche Wirtschaft erholt sich langsamer als ursprünglich erhofft. Daher dürfte es auch auf dem Münchner Büromarkt noch etwas dauern, bis die Nachfrage wieder das Niveau von vor der Coronavirus-Pandemie erreicht. Allerdings hat der Markt im letzten halben Jahr seine Stärke auch in Krisenzeiten gezeigt. Man rechnet für das Jahr 2022 mit einem Flächen­umsatz von 650.000 m2 bei moderat steigenden Leerständen. Bei den Marktmieten ist in den meisten Marktsegmenten mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen, wobei die Spitzenmieten jedoch noch weiter ansteigen können.26)

5) ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahres­gutachten 2021/22, November 2021

6) ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2021/22, November 2021

7) ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2021, Dezember 2021

8) IATA, Losses Reduce but Challenges Continue – Cumulative $201 Billion Losses for 2020-2022, 04. Oktober 2021

9) Kredite und Einlagen des Bundes vorzeitig zurückgezahlt – die Bundesregierung

10) FMG-Befragung-Coronamaßnahmen.pdf

11) IATA-annual-review-2021 (Stand Oktober 2021)

12) https://www.who.int/news/item/19-01-2022-statement-on-the-tenth-meeting-of-the-international-health-regulations-(2005)-emergency-committee-regarding-the-coronavirus-disease-(covid-19)-pandemic

13) IATA. Air Passenger Market Analysis, December 2021; vgl. Dez. 2019 mit Dez. 2021 hier: https://www.miami-airport.com/airport_stats.asp

14) IATA Air Cargo Market Analysis December 2021

15) Aviation Intelligence Unit Think Paper #15 – January 2022 (Eurocontrol)

16) 12.2021 ADV-Monatsstatistik.pdf

17) BDL-Jahreszahlen2021_Lagebericht.pdf

18) BDL-Jahresbilanz 2021

19) ICAO_coronavirus_Econ_Impact; https://www.zdf.de/­nachrichten/wirtschaft/corona-lufthansa-rekordverlust-100.html

20) HDE, Jahrespressekonferenz, Februar 2022; Februar 2022

21) ifo Geschäftsklima Deutschland nach Wirtschaftsbereichen

22) Gastgewerbeumsatz 2021 real voraussichtlich unverändert gegenüber dem Vorjahr – statistisches Bundesamt

23) DEHOGA, Pressemitteilung November 2021, 14. Februar 2022; Gastgewerbeumsatz 2021 real voraussichtlich unverändert gegenüber dem Vorjahr – statistisches Bundesamt

24) Fachverband Außenwerbung e.V., Pressemitteilung »Neue Bestmarke für OOH« vom 18. Januar 2022, 14. Februar 2022

25) Colliers: Starkes Schlussquartal auf dem Münchner Büromarkt – Pressemitteilung vom 7. Januar 2022

26) Colliers: Starkes Schlussquartal auf dem Münchner Büromarkt – Pressemitteilung vom 7. Januar 2022

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V. (ADV)
Dachverband aller Verkehrsflughäfen in Deutschland sowie der Schweiz und Österreich. Der Flughafenverband setzt sich für einen leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Luftverkehrsstandort Deutschland ein.
International Civil Aviation Organization (ICAO)
Die internationale Zivilluftfahrtorganisation ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Montreal. Ihr gehören 193 Vertragsstaaten an. Die ICAO hat sich zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsstaaten eine sichere und nachhaltige Entwicklung der zivilen Luftfahrt zu gewährleisten.

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