Brief der Geschäftsführung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit großer Sorge und Anteilnahme für alle betroffenen Menschen beobachten wir den andauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Die Luftfahrt ist seit jeher vom Gedanken des Dialogs zwischen Menschen und Nationen getragen. Im Krieg brechen diese Verbindungen ab. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen des Konflikts, beispielsweise auf die Flugrouten, die globalen Lieferketten und den Energiesektor, sind schwer absehbar. Wir hoffen auf ein rasches Ende der Gewalt.

»Es ist gelungen, die Verluste des Flughafens zu begrenzen und seine Liquidität und Zukunftsfähigkeit zu sichern.«

Nathalie Leroy

Auch das Jahr 2021 war von den Auswirkungen der globalen Corona-Krise geprägt. Dennoch: Nach dem dramatischen, pandemiebedingten Verkehrseinbruch 2020 zeigte das vergangene Geschäftsjahr eine Wendung zum Positiven. Wir blicken wieder mit Zuversicht nach vorn. Die Sehnsucht nach Reisen und persönlichen Begegnungen ist groß, vielleicht größer denn je. Während der zurückliegenden Osterferien lag das Verkehrsaufkommen am Flughafen München bereits wieder bei rund 70 Prozent. Wir gehen davon aus, dass wir uns ab 2024 – spätestens aber 2025 – wieder auf dem Vorkrisenniveau bewegen werden.

Die vergangenen zwei Jahre haben wir genutzt, um das Unternehmen weiterzu­entwickeln, uns mit neuen Zielen, einer schlankeren Organisation und einer über­arbeiteten Strategie dem veränderten Umfeld anzupassen. Wir bewegen uns in neuen Zeiten: Wir spüren einen starken Teamgeist im Konzern, haben bereichs­übergreifend die Kräfte gebündelt und sind näher zusammengerückt. Alle können und wollen einen Beitrag leisten, damit wir unsere Spitzenposition unter den europäischen Flughafendrehkreuzen behaupten.

Jost Lammers, Nathalie Leory, Jan-Henrik Andersson (Porträt-Foto)

Jan-Henrik Andersson
Geschäftsführer
Commercial und Security

Nathalie Leroy
Geschäftsführerin
Finanzen und Infrastruktur

Jost Lammers
Vorsitzender der Geschäftsführung
und Arbeitsdirektor

Auch wenn sich der Luftverkehr seit dem Frühjahr positiv entwickelt, befindet sich unser Unternehmen nach wie vor in einer schwierigen Situation. Erwartungsgemäß fällt der Blick auf die Bilanz des zweiten Pandemiejahres wenig erfreulich aus: Mit einem Umsatz von rund 601 Millionen Euro haben wir 2021 lediglich 3,7 Prozent mehr erlöst als im Vorjahr. Ein kleiner Lichtblick ist, dass wir dabei den Jahres­verlust (EAT) um 19 Prozent auf 261 Millionen Euro reduzieren konnten.

Die Verkehrszahlen haben sich mit rund 153.000 Starts und Landungen leicht erholt. 12,5 Millionen Passagier:innen – immerhin rund 12 Prozent mehr als im Vorjahr – nutzten 2021 den Münchner Airport für ihre Reisen.

»Wir rechnen für 2022 insgesamt mit einem signifikanten Plus bei Flugbewegungen und Reisenden.«

Jost Lammers

In der Pandemie hat sich gezeigt, dass Bayerns Tor zur Welt auch als Umschlagplatz für Luftfracht sehr gut funktioniert, vor allem bei hochwertigen Produkten. Dass München von immer mehr Cargo-Flugzeugen angesteuert wird, zeigt einmal mehr das enorme Potenzial, das unser Flughafen als Knotenpunkt für Luftfracht bietet. Hier sehen wir angesichts der exportstarken süddeutschen Wirtschaft und ihrer engen Vernetzung mit Märkten und Produktionsstätten in aller Welt noch erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Flugverkehr der Zukunft muss nachhaltiger werden. Wir setzen uns als Flughafenbetreiber für die Dekarbonisierung des Luftverkehrs ein. Denn der Gegner ist nicht die Luftfahrt, sondern das CO2. Wir brauchen eine faire und effektive Klima­politik, die die europäischen Luftverkehrsunternehmen nicht schlechter stellt als ihre globalen Wettbewerber. In Europa sind wir mit unseren Technologien sehr gut aufgestellt, den Luftverkehr neu zu denken. Dies ist eine Riesenchance. Ein wichtiger Hebel sind beispielsweise emissionsarme, klimafreundliche Treibstoffe, sogenannte Sustainable Aviation Fuels (SAF). 2021 haben wir unsere Tankinfrastruktur überprüft und für klimafreundliche SAF freigegeben. Wir motivieren die Airlines am Flughafen München, möglichst grün zu tanken.

»Der Flughafen München bleibt als wichtiger Standort für Handel und Gastronomie weiterhin höchst attraktiv.«

Jan-Henrik Andersson

Die nachhaltige Entwicklung des Standorts treiben wir im Rahmen unserer lang­jährigen Systempartnerschaft mit der Lufthansa stetig voran. Wir haben uns sehr gefreut, dass Lufthansa nunmehr 21 hochmoderne, äußerst sparsame Langstrecken­flugzeuge vom Typ Airbus A350 an ihrem bayerischen Hub stationiert hat. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist das ein wichtiges Signal, das zusätzliche Schubkraft geben und die weltweite Anbindung Münchens weiter festigen wird.

Eine bessere Erreichbarkeit des Airports ist auch auf der Landseite dringend erforderlich: Wir stellen immer wieder heraus, dass der Münchner Airport den Fernbahnanschluss und den Deutschlandtakt braucht. Auch die Verknüpfung zum regionalen und überregionalen Bahnverkehr hat für uns größte Priorität.

An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der gesamten Flughafen-Community, unseren Dank für Ihre Veränderungsbereitschaft und Ihr Engagement aussprechen. Die Zeichen stehen jetzt auf Wachstum. Wir am Flughafen München sind vorbereitet, in diesen neuen Zeiten neue Ziele zu erreichen.

Ihr
Jost Lammers
Vorsitzender der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor

Teilen Sie diesen Bericht auf Social Media: