Strategie

Strategie 2030

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die gesamte Luftverkehrswirtschaft halten am Flughafen München, dessen Strukturen auf rund 50 Millionen Flugreisende pro Jahr ausgelegt sind, weiterhin an. In der bis dato größten Krise der Branche verfolgt die Flughafen München GmbH (FMG) nach wie vor eine verantwortungsvolle, nachhaltige Wertschöpfung. Die Geschäftstätigkeit des Konzerns hat erheblichen Einfluss auf viele verschiedene Bereiche und Akteur:­innen: die Wirtschaftsstandorte München, Bayern und Deutschland, die Flughafenregion und ihre Einwohner:innen, die Mitarbeitenden, die Reisenden sowie auf die am Standort und im Umfeld des Drehkreuzes angesiedelten Unternehmen.

Die Konzernstrategie 2030 beinhaltet ökonomische, ökologische und soziale Zielsetzungen, um dem Anspruch aller Stakeholder-Gruppen des Konzerns gerecht zu werden. Das Unternehmen muss konse­quent unter Berücksichtigung der zentralen Anspruchsgruppen und des Markts agieren und nachhaltig wachsen, um langfristig erfolgreich zu sein: Wirtschaftliche Effizienz ist dabei ebenso maßgeblich wie die soziale und ökologische Verantwortung. Gleichzeitig sind in der Branche wachsender gesellschaftlicher Druck und härtere Wettbewerbsbedingungen spürbar.

Das strategische Leitbild 2030 zeichnet den Weg des Münchner Airports in die Zukunft innerhalb der Spitzen­gruppe der europäischen und weltweiten Drehkreuzflughäfen: Als Betreiber des Premium-Hubs wirtschaftet die FMG effizient und soll branchenweit ein Vorbild für nachhaltigen Luftverkehr werden. Partner­schaftlich entsteht so ein modernes Unternehmen mit zukunftsfähigen Verbindungen, das als innovativer Wettbewerber und vertrauensvolle Marke nah an den Stakeholdern agiert. Hohe Qualität, wirtschaftlicher Erfolg und die Vorbildrolle als grüne Mobilitätsdrehscheibe mit gesellschaftlicher Verantwortung stehen dabei nicht im Widerspruch zueinander.

Effizientes und bedarfsgerechtes Handeln – immer mit Blick auf die Auswirkungen auf den gesamten Konzern – führt das Unternehmen zu langfristigem, werthaltigem Wachstum statt zu kurzfristigen, punktuellen Gewinnen. Die Marktanforderungen und die Kund:innen stehen im Mittelpunkt der Geschäfts­tätigkeit. Dabei bildet die Marke »M« ein gemeinsames Dach, sichert Konsistenz und bietet Orientierung nach innen und außen. »Verbindung leben« heißt Kooperationen fördern und Synergien schaffen. Die neu strukturierte Organisation ist dadurch schneller und anpassungsfähiger.

Einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Stra­tegie, und damit zur Weiterentwicklung des Flughafens, leisten die Ziele und Maßnahmen aus dem Nachhaltigkeitsprogramm. Mit definierten Kennzahlen misst die FMG den Erfolg ihrer Umsetzung.

Im Frühjahr 2022 hat der Flughafen München den konzernübergreifenden Prozess »Top 22 für 22« initiiert. »Top 22 für 22« beinhaltet zukunftsweisende Maßnahmen, bereichsübergreifende Initiativen und zentrale Projekte, die wesentlich zur Fokussierung und Priorisierung bei der Umsetzung der neuen Konzernstrategie beitragen.

Neue Flugzeuge und nachhaltige Flugkraftstoffe sind die wesentlichen Bausteine für eine CO2-neutrale Luftfahrt.

Strategie 2030 (Foto)
Wegweisend für den Flughafen: die Strategie 2030

Engagement beim Klimaschutz

Den auf nationaler und internationaler Ebene rasant steigenden Anforderungen beim Klimaschutz begegnet der Flughafen München mit seiner engagierten Klimaschutzstrategie. Bereits 2016 hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, den Airport ab dem Jahr 2030 CO2-neutral zu betreiben. Dazu senkt der Flug­hafen die dem Konzern direkt zurechenbaren Treibhausgasemissionen durch technische Maßnahmen um mindestens 60 Prozent. Die restlichen 40 Prozent sollen durch geeignete Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden, vorzugsweise in der Region. Bis 2030 investiert die Flughafen München GmbH dafür 150 Millionen Euro. Darüber hinaus hat sich der Münchner Airport im Rahmen der »Net-Zero-Carbon-Initiative« zu einem weiteren ambi­tionierten Klimaziel verpflichtet: die Absenkung der selbst beeinflussbaren CO2-Emissionen beim Betrieb des Flughafens spätestens bis zum Jahr 2050 auf netto null. Emissionen sollen also erst gar nicht entstehen, beispielsweise durch die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Im Berichtsjahr 2021 analysierte das Unternehmen verschiedene Möglichkeiten zur Umsetzung der Vor­gaben der »Net-Zero-Carbon-Initiative« am Flughafen München.

Die Partnerschaft der Flughafen München GmbH und der Deutschen Lufthansa AG leistet auch einen Beitrag beim Klimaschutz: Beide Konzerne sehen kontinuierliche Investitionen in neue Flugzeuge und nachhaltige Flugkraftstoffe, sogenannte Sustainable Aviation Fuels (SAF), als wesentliche Bausteine auf dem Weg hin zu einer CO2-neutralen Luftfahrt. Nach eingehender technischer Prüfung wurde im Sommer 2021 das Tanklager am Standort für klimafreundliche Treibstoffe der Zukunft zertifiziert. Damit können am Flughafen München SAF angeliefert, eingelagert und vertankt werden.

Daten und Fakten

Flughafen München schafft regionales Kompensationsprojekt

Die FMG investiert 2,5 Millionen Euro in einen Klimawald. Auf rund 2.000 Hektar wird bestehender Wald in Niederbayern und der Oberpfalz so optimiert, dass die Bäume möglichst viel CO2 speichern können. Darüber hinaus zielt die Umgestaltung darauf ab, einen möglichst klimaresistenten Wald zu schaffen, der gegenüber Schädlingen und extremen Wetterlagen widerstandsfähiger als der jetzige Baumbestand ist. Während zu Beginn der Projektlaufzeit die Kapazität des Klimawalds MUC zur Kompensation von CO2 noch nicht hoch ist, wächst sie bis Mitte des Jahrhunderts auf circa 7.000 Tonnen CO2 pro Jahr an. Über den gesamten Projektzeitraum von zunächst 30 Jahren werden insgesamt rund 90.000 Tonnen CO2 zusätzlich gespeichert.

Langfristige Personalpolitik für erfolgreichen Neustart

Die FMG legt Wert auf eine Personalpolitik, die sowohl den Menschen als auch die Unternehmensentwicklung im Blick hat. Das langfristig ausgerichtete Personalkonzept orientiert sich an der aktuellen Geschäfts­situation und der überarbeiteten Unternehmensstrategie. Gesellschaftliche Trends wie die demografische Entwicklung und die digitale Transformation sowie der dafür nötige Kulturwandel innerhalb des Konzerns sind Beispiele für die zentralen personalpolitischen Herausforderungen. Im Rahmen der Organisationsentwicklung strafft die FMG ihre Führungsebene. Die abteilungsübergreifende Kooperation wird gestärkt, indem das Unternehmen Kompetenzen bündelt, das Rollenverständnis schärft und organisatorische Barrieren innerhalb des Konzerns abbaut.

Veränderte Anforderungen an die Kompetenzen der Mitarbeitenden machen es erforderlich, die Belegschaft mit Personalentwicklungskonzepten beim Einsatz neuer Technologien und dynamischer Arbeits­weisen zu begleiten. Darüber hinaus führen neue Formen digitalisierter und automatisierter Arbeitsprozesse zu einem erhöhten Qualifizierungsbedarf. Gleichzeitig bringen Berufseinsteiger:innen andere Erwartungen an die Zusammenarbeit und die Führung ins Unternehmen – beispielsweise favorisieren sie bei der Stellensuche flache Hierarchien oder nachhaltiges unternehmerisches Handeln des Arbeitgebers. Diese Prämissen müssen sich in einer zeitgemäßen Personal­politik entsprechend widerspiegeln.

Mit dem Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 hat das Unternehmen schnell und konsequent auf die massiven Verkehrseinbrüche reagiert und verschiedene, wirkungsstarke Ad-hoc-Maßnahmen umgesetzt. So erzielte beispielsweise die Anwendung der Kurzarbeitsregelung 2021 positive Effekte in Höhe von rund 100 Millionen Euro für das Unternehmen.

Der Verkehr zieht an (Foto)
Seit dem Frühjahr 2022 zieht der Verkehr in München sichtbar an.

Zielgerichtet aus der Krise

Die strategischen Ziele des Leitbilds 2030 wurden auf die Geschäftsfelder des Flughafenkonzerns übertragen. Für diese Geschäftsfelder gelten außerdem übergeordnete Leitlinien: Kosteneffizienz, Digita­lisierung, Fertigungsbreite und -tiefe, Risikodiversi­fikation sowie Nachhaltigkeit.

Ziel
Bis 2024: Implementierung eines ganzheitlichen Business Continuity Management Systems

Geschäftsfeld Aviation

Die Corona-Pandemie verursachte die bisher größte Krise in der Geschichte des kommerziellen Luftverkehrs. Hatte der Flughafen München bis Anfang des Jahres 2020 noch an seiner Kapazitätsgrenze operiert, sind die Verkehrszahlen danach in der Gesamtsicht auf knapp ein Viertel des Vorkrisenniveaus eingebrochen. Dank der Impfungen und umfassenden Testmöglichkeiten konnten im Lauf des Jahres 2021 zahlreiche Reisebeschränkungen – vor allem innerhalb der Europäischen Union – gelockert und der internationale Luftreiseverkehr wiederbelebt werden.

Während sich der Langstreckenverkehr von und nach München am langsamsten erholte, sind die Buchungen und Auslastungen von Flügen innerhalb Europas zu touristischen Destinationen sowie Privatreisen im Allgemeinen vor allem in den Sommermonaten und zu den Ferienzeiten deutlich gestiegen.

Die einseitige Öffnung der Europäischen Union für US-Bürger:innen führte im Sommer zu einer deutlich höheren Auslastung auf den USA-Verbindungen. Jedoch brachte erst die Grenzöffnung der Vereinigten Staaten für die Einreise vollständig geimpfter Flugreisender aus dem Schengen-Raum im Herbst 2021 den Durchbruch für den Geschäfts- und Privatreiseverkehr auf der transatlantischen Langstrecke. Nun liegt der Fokus darauf, verlorene Verbindungen zu Destinationen im asiatischen Raum wiederherzustellen, um die Rolle als Bayerns Tor zur Welt nach der Krise wieder wahr­nehmen und ausbauen zu können.

Ziel
Ende 2022: Einführung digitaler Destinations­informationen

Daten und Fakten

Verkehrsnetz & Destinationen

2021 2020

Airlines (Icon)

Airlines
64
86

Ziele (Icon)

Ziele
187
226

Länder (Icon)

Länder
55
69

Der Münchner Airport sichert die Konnektivität für die hier ansässigen Menschen und Unternehmen. Es ist davon auszugehen, dass sich Bayern und der süddeutsche Raum aufgrund der Wirtschaftskraft und ganzjährigen Attraktivität als Incoming-Destination auch nach der Krise positiv entwickeln werden.

Dem Flughafen München kommt als Gateway für diese Region eine entsprechend zentrale Bedeutung zu. Ziel ist es, die Position als eines der führenden Drehkreuze in einem sich weiter konsolidierenden europäischen Luftverkehrsmarkt nachhaltig zu festigen. Deshalb wird auch mittel- bis langfristig der Langstrecken- und Umsteigeverkehr einen wesentlichen Eckpfeiler der Aviation-Strategie darstellen. Weitere Destinationen im Punkt-zu-Punkt-Verkehr ab München sollen die Vielfalt und Attraktivität des Angebots steigern. Hierbei ist entscheidend, die Qualität der Infrastruktur und der Prozesse auf hohem Niveau zu halten und somit die Position im Wettbewerb mit anderen Flughäfen zu stärken. Die Entwicklung des Cargo- und Logistik­geschäfts soll darüber hinaus der wachsenden Bedeutung globaler Lieferketten Rechnung tragen.

Langstreckenverkehr (Foto)
Der Langstreckenverkehr bildet einen Eckpfeiler der Aviation-Strategie.

Geschäftsfeld Commercial Activities

Die Auswirkungen der Pandemie haben das kommerzielle Geschäft der Flughafen München GmbH auch 2021 stark beeinträchtigt. In den Segmenten Handel, Gastronomie, Parken und Werbung führten die niedrigen Verkehrszahlen zu einer deutlich geringeren Nachfrage und in der Folge zu einigen Leerständen wegen Geschäftsaufgaben oder Kündigungen. Mit allen Partner:innen wurden Gespräche zur Sicherung der Vertragsverhältnisse und zur Entwicklung von Perspektiven für die Zeit nach Covid-19 geführt. Trotz der überaus schwierigen Situation vieler Mieter:innen bleiben die Geschäftsbeziehungen partnerschaftlich und fußen auf einem gewachsenen Vertrauensverhältnis.

Ziel
Ende 2023: Stärkere Integration von Nachhaltigkeitskriterien in die Auswahl von zukünftigen Mietern

Ein besonderer Schwerpunkt des Geschäftsfelds lag 2021 auf der Konsolidierung der bestehenden Markenpartnerschaften mit verschiedenen Automobilkonzernen sowie mit Großkunden aus der Telekommunikationsbranche.

Die FMG hat den Anspruch, einen attraktiven und nachhaltigen Standort zu betreiben.

Die Parkvorgänge und -umsätze verblieben auch im vergangenen Geschäftsjahr auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Zudem hat sich die Struktur des Kundenkreises beim Parken geändert. Weniger Kongresse und Großveranstaltungen sowie das geringere Geschäftsreisevolumen führten zu einem Rückgang des vormals hohen Business-Parkaufkommens. Für Urlaubsreisende konnten andererseits neue Produkte und Aktionen, wie beispielsweise E-Ladeservices, etabliert werden.

Ziel des Geschäftsfelds Commercial Activities ist es, den Wertbeitrag für die FMG bei sich änderndem Konsumverhalten der Kund:innen zu sichern und auszubauen. Die Optimierung der Flächeneffizienz und des Angebotsportfolios sowie eine Erhöhung der Kaufbereitschaft werden dabei weiterhin im Fokus stehen. Die sich verändernden Einzelhandelsstrukturen und Konsumgewohnheiten erfordern zudem neue Vermarktungs- und Akquisitionskonzepte. Den Kund:innen am Flughafen München ein besonderes Erlebnis zu bieten ist ein weiteres Anliegen dieses Geschäftsfelds. Inszenierungen in den Terminalbereichen, die Präsentation starker Marken sowie außergewöhnliche Veranstaltungen im Forum des München Airport Centers (MAC) tragen sichtbar zur Attraktivität des Flughafens bei.

166.713 t Luftfracht (+14,9 %)

Geschäftsfeld Real Estate

Für den Flughafen München ist die Entwicklung als Immobilienstandort von großer Bedeutung. Das Geschäftsfeld Real Estate sichert die Flughafeninfrastruktur ab und positioniert das Immobiliengeschäft am Drittmarkt. Es unterstützt die Infrastruktur für die Geschäftsentwicklung in den Bereichen Aviation und Commercial Activities bedarfsgerecht und ganzheitlich.

Immobilienwirtschaftliche Absicherung des Kerngeschäfts Luftverkehr

Die FMG hat den Anspruch, einen attraktiven und nachhaltigen Standort zu betreiben. Die pandemiebedingte Wachstumsunterbrechung wird genutzt, um die bestehende Infrastruktur, die zum Teil aus der Zeit der Inbetriebnahme des Flughafens stammt, zu modernisieren und die Erwartungen von Flugreisenden und Besucher:innen an eine hohe Aufenthaltsqualität zu erfüllen. Um als Großflughafen weiter wachsen zu können, tätigt der Flughafen München – in Übereinstimmung mit der Aviation-Strategie – Investitionen in eine moderne Luftverkehrsinfrastruktur, wie beispielsweise in den Bau des neuen Flugsteigs am Terminal 1.

Optimale Auslastung der bereits kommerziell genutzten Flächen

Im Mittelpunkt dieses strategischen Ziels steht vor allem die zentrale Zone. Pandemiebedingte Auswirkungen werden dabei ständig evaluiert und entsprechend berücksichtigt.

Erwirtschaftung substanzieller Erlösbeiträge durch Immobilienentwicklung

Bei der Immobilienentwicklung setzt die FMG den Schwerpunkt auf die Erschließung neuer Erlösquellen außerhalb des klassischen Portfolios. Dies wird insbesondere anhand verschiedener Großprojekte deutlich, wie beispielsweise beim Verkauf eines flughafeneigenen Grundstücks zur Realisierung einer Konzertarena durch Dritte, bei der Konzeption und dem Bau des LabCampus als Smart City sowie durch Kooperationen mit Firmen, die dort an zukunftsweisenden Technologien forschen.

Berücksichtigung von Belangen der Region

Die Vermarktung von Flughafenimmobilien konzentriert sich auf Zielgruppen und Firmen, die die Nähe zum Airport und ein internationales Umfeld bei der Wahl einer möglichen Ansiedelung bevorzugen. Sowohl mit Blick auf die Entwicklung des Standorts Flughafen insgesamt als auch bei den zahlreichen Bauvorhaben werden die Belange der Flughafenregion im Rahmen der Immobilienstrategie bestmöglich berücksichtigt. Die FMG pflegt dabei einen intensiven Dialog mit der Region.

Internationales Geschäft

Die Flughafen München GmbH vermarktet ihr Know-how weltweit. Auf diese Weise fördert sie werthaltiges Wachstum über den Münchner Standort hinaus, erschließt neue Geschäftsmodelle und erweitert kontinuierlich die eigene Expertise. Mit dem Engagement der Konzerntochter Munich Airport International GmbH (MAI) hat sich das Unternehmen vom Berater für Flughafenumzüge und -inbetriebnahmen zu einem international agierenden Flughafenmanager entwickelt. Nicht zuletzt wegen der Fünf-Sterne-Qualität am Heimatstandort ist die MAI ein geschätzter Partner für Investoren und Flughäfen auf der ganzen Welt.

Zusammen mit ihren Tochtergesellschaften hat die MAI im Jahr 2021 bestehende Projekte erfolgreich abgeschlossen und neue Kunden akquiriert. So wurde beispielsweise der Betrieb des Flughafens Sofia in Bulgarien übernommen, das neue Frachtterminal am Hauptstadtflughafen Riyadh in Saudi-Arabien eröffnet und der neue Palmerola International Airport in Honduras erfolgreich ans Netz gebracht.

Für das Jahr 2022 ist nicht nur der Ausbau des Beratungs- und Managementsegments geplant, sondern auch die Verstärkung der globalen Präsenz der MAI durch einen neuen Vertriebsstandort in Asien.

Ziel
Ende 2022: Aufbau eines Regionalbüros im Raum Asia Pacific

31 aktive internationale Projekte

Projekte 2021

FMG IR21 activities in international business

Darüber hinaus waren die Experten der MAI 2021 in den Niederlanden, in Ungarn, den USA, in Westafrika, Turkmenistan, Albanien, Indien sowie in Deutschland tätig.

Rohrbauarbeiten für neuen Flugsteig (Foto)
Die Rohbauarbeiten für den neuen Flugsteig sind weitgehend abgeschlossen.

Bedarfsgerecht planen und ausbauen

Vor dem Hintergrund der globalen Krise im Luftverkehr wurden grundsätzlich alle Bauvorhaben am Flughafen München hinterfragt und Projekte mit geringerer Dringlichkeit zurückgestellt. Fortgeführt werden die strategisch wichtigsten Projekte wie die Erweiterung des Terminals 1, die Fertigstellung des ersten LabCampus-Gebäudes oder die bessere Verkehrsanbindung des Flughafens – immer mit Fokus auf die Qualität und die sich wandelnden Bedürfnisse der Kunden. Negative Auswirkungen auf die Natur und die Flughafenregion werden so gering wie möglich gehalten, beispielsweise durch Ausgleichs- und Lärmschutzmaßnahmen. Nachhaltige Baukonzepte und der anschließende Betrieb der Gebäude sollen die Umwelt möglichst wenig durch Schadstoffe oder Ressourcen- und Energieverbrauch beein­trächtigen.

Angesichts der dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die FMG und Lufthansa im Herbst 2020 eine gemeinsame Absichtserklärung formuliert, in der die langfristige Weiterentwicklung des Münchner Airports als Drehkreuz des interkontinentalen Luftverkehrs ausdrücklich bekräftigt wird. So gab die Airline Ende des Jahres 2021 bekannt, vier weitere, hochmoderne Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A350 am Münchner Airport zu stationieren. Mit insgesamt 26 Langstreckenflugzeugen kann Lufthansa an ihrem bayerischen Drehkreuz noch mehr Interkontinentalflüge anbieten und damit die exzellente weltweite Anbindung Münchens weiter festigen.

Ziel
Ende 2026: Implementierung von Lebenszykluskostenanalysen in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für konkrete Neubauten

LabCampus wird sichtbar

Im Nordwesten des Flughafenareals entsteht mit dem LabCampus ein branchenübergreifendes Innovationszentrum mit Arbeitsräumen, Showrooms, Projekt- und Konferenzflächen für eine vernetzte Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Internationale Innovatoren werden an diesem als Smart City konzipierten Standort besonders von der Nähe des Flughafens profitieren. Im Sommer 2022 wurde das erste Bürogebäude, das »LAB 48«, eröffnet. Mit einer Fläche von etwa 30.000 Quadratmetern bietet das Gebäude auf vier Etagen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

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labcampus.de

Die Bauarbeiten für die neue Airport Academy, die ebenfalls auf dem LabCampus-Areal entsteht, liegen im Zeitplan. Auf 14.000 Quadratmetern wird ab Anfang 2023 Arbeiten und Netzwerken in hochwertig ausgestatteten Seminarräumen und stilvollen Ruhezonen sowie mit einem großzügigen Gastronomiebereich möglich werden. Als erster LabCampus-Kunde wird Argo AI, ein auf autonomes Fahren spezialisiertes US-amerikanisches Tech-Unternehmen, neben Büro- und Showroom-Flächen auch ein großes Test- und Werkstattareal im Südwestteil des Flughafens beziehen. Dieser Vertragsabschluss verdeutlicht das Potenzial des LabCampus als Thinktank und Testlabor für zukunftsweisende Mobilitätskonzepte am Standort Flughafen München.

Upgrade für Terminal 1

Die Erweiterung und Modernisierung von Terminal 1 durch den Bau eines neuen Flugsteigs gehört zu den strategischen Ausbauvorhaben, die die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Münchner Airports sichern. Mittlerweile ist der Rohbau des Flugsteigs weitestgehend fertiggestellt und die Arbeiten an der Fassade laufen. Mit dem Innenausbau soll im Frühjahr 2023 begonnen werden. Angesichts der anhaltenden Corona-Krise und den damit verbundenen Folgen sowohl für den Luftverkehr als auch für die Bauwirtschaft steht derzeit noch nicht fest, wann der neue Terminalbereich mit der zusätzlichen Passagierkapazität in Betrieb genommen wird.

Dritte Start- und Landebahn bleibt Option für die Zukunft

Auch wenn die Entwicklung des Luftverkehrs in den kommenden Jahren noch von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt sein dürfte, gehen Experten davon aus, dass der langfristige Mobilitätsbedarf und damit auch der weltweite Luftverkehr in Zukunft weiter wachsen werden. Aufgabe des Flug­hafens München ist es, die Bereitstellung bedarfs­gerechter Kapazitäten für den Luftverkehr sicherzustellen. Insofern bleibt der Bau der dritten Start- und Landebahn aus Sicht der FMG eine langfristig wichtige Option für die Zukunftsfähigkeit des Standorts.

Laufend Fortschritte bei der Anbindung des Airports

Die FMG arbeitet weiter intensiv an einer besseren Standortanbindung über Straße und Schiene. Nach drei Jahren Bauzeit konnte der Rohbau der für den Erdinger Ringschluss nötigen Verlängerung des Bahntunnels im September 2021 fristgerecht fertiggestellt werden. Damit ist ein weiterer Meilenstein für die Zugverbindung von Freising über den Airport nach Erding erreicht. Der Tunnelrohbau kann jetzt von der DB Netz AG mit der notwendigen technischen Ausstattung ausgerüstet werden.

Die gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr beauftragte Studie zur Anbindung des Flughafens an den überregionalen Schienenpersonenverkehr wurde im Frühjahr 2022 abgeschlossen. Eine bessere Schienenanbindung des Flughafens München soll über ein Vier-Stufen-Konzept erreicht werden, das den Nah-, Regional- und Fernverkehr berücksichtigt. Eine Arbeitsgruppe der FMG und der Deutschen Lufthansa AG befasst sich zudem mit dem übergreifenden Thema Intermodalität am Münchner Airport.

Der Bau der Westtangente Freising im direkten Umfeld des Flughafens ist seit Januar 2022 beendet. Zudem fließt seit August 2021 auf dem neuen dreispurigen Ausbau der Flughafentangente Ost zwischen den Anschlussstellen ED 7 und B 388 der Verkehr.

Blick nach vorn Die strategisch wichtigsten Bauprojekte am Airport-Campus werden fortgeführt.
  • Parkhäuser

    Das neue Parkhaus P44 mit rund 2.000 Stellplätzen wurde im August 2021 nördlich des LabCampus-Areals eröffnet. Ein weiteres Parkhaus mit rund 1.800 Stellplätzen ist hier außerdem in Planung.

  • LabCampus

    Der Innovationsstandort nimmt Formen an: Das erste Bürogebäude LAB 48 wird voraussichtlich Mitte 2022 eröffnet, die Inbetriebnahme der neuen Airport Academy ist für das erste Quartal 2023 geplant.

  • T1-Erweiterung

    Der Rohbau des neuen, 360 Meter langen Flugsteigs ist weitestgehend fertiggestellt und die Arbeiten an der Fassade laufen. Mit dem Innenausbau soll im Frühjahr 2023 begonnen werden.

  • Schiene

    Der Bahntunnel unter dem Flughafen wurde im September fertiggestellt und anschließend an die DB Netz AG übergeben. Die Inbetriebnahme des Streckenabschnitts ist für Ende 2025 vorgesehen.

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Schengen/Non-Schengen
Abflug- und Ankunftsbereiche für Passagier:innen aus Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens, die direkt aus diesen Staaten kommen oder in diese einreisen wollen. Grenz- und Passkontrollen entfallen. Non-Schengen bezeichnet Bereiche für Passagier:innen, die nicht aus den Schengen-Staaten einreisen. In diesem Fall erfolgt eine Pass- und Zollkontrolle.

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