Biodiversität

Landschaftsplanung wertet Umfeld auf

Um den Flughafen München optimal in seine Umgebung einzubetten, schuf die FMG von Anfang an Strukturen, die das weiträumige Umfeld im Erdinger und Freisinger Moos ökologisch aufwerteten und vernetzten. Dazu wurde im Rahmen der geltenden Grünordnung ein Drei-Zonen-Konzept umgesetzt: Zone I umfasst das Flughafen­gelände mit Start- und Landebahnsystem, Gebäuden sowie Straßen, Zone II den gehölz- und strukturreichen Grüngürtel um das Flughafen­gelände und Zone III die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen.

107 Brutpaare des Großen Brachvogels nisteten 2021 auf den Flughafenwiesen.

Zone I: Flughafengelände mit Start- und Landebahnsystem, Gebäuden sowie Straßen

Grünflächen mit derzeit circa 5.000 gepflanzten Bäumen machen fast zwei Drittel des Flughafengeländes aus. Durch eine zielgerichtete Pflege entstanden besonders innerhalb des Sicherheitszauns, auf den Grünflächen zwischen den Start- und Landebahnen und deren Infrastruktureinrichtungen, eine artenreiche Vegetation und ökologisch wertvolle Lebensräume vor allem für seltene Wiesenbrüter.

Zone II: gehölz- und strukturreicher Grüngürtel um das Flughafengelände

Die Flughafenrandzone mit ihren Gehölzen, Entwässerungsgräben und Wiesen übernimmt Lärmschutz- und Pufferfunktionen für Siedlungen und Landwirtschaft. Der Vorflutgraben Nord mit seinem naturnah gestalteten Lauf beherbergt zum Beispiel schutzwürdige Pflanzen, wie Küchenschelle, Ochsenauge, Staudenlein und Glockenblume. Auf der Liste der besonders geschützten Arten stehen die Sumpfgladiole und das Gefärbte Laichkraut.

Zone III: ökologische Ausgleichsmaßnahmen

Mittlerweile hat die FMG circa 520 Hektar Ausgleichsflächen geplant und hergestellt. Sie sollen die Eingriffe in Natur und Landschaft ausgleichen, die durch Bauvorhaben verursacht werden. Die zuständigen Genehmigungsbehörden bestätigten deren auflagenkonforme Herstellung und Pflege. Diese naturschutzfachlichen Kompensationsflächen leisten mit ihrer struktur- und artenreichen Vegetation einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität in der Region. Sie liegen verteilt in der landwirtschaftlichen Flur und bilden Rückzugsgebiete und Trittsteine im Biotopverbund. Sie werden weder gedüngt noch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt.

Zonen-Modell

Zonen-Modell der Landschaft rund um den Flughafen münchen, aufgeteilt in die Zonen I-III (Landkarte)

Erfolgreicher Ausgleich von Brutrevieren

Bereits ab Herbst 2017 sorgte die FMG auf circa 73 Hektar dafür, Verluste von Brutrevieren auszu­gleichen, die durch großflächige Infrastrukturprojekte im Osten des Flughafens ausgelöst wurden. Um neue Lebensräume insbesondere für den Großen Brachvogel, den Kiebitz, die Feldlerche, den Flussregenpfeifer und die Schafstelze zu schaffen, wurden rund 3,5 Hektar Gehölze gerodet, circa 65.000 Kubikmeter Boden für Geländemulden abgetragen und etwa 35 Hektar Wiesen­flächen mit standortheimischen Kräuter- und Gräser­mischungen neu angelegt. Zusätzlich werten der Verzicht auf Düngung und eine angepasste Mahd bestehende Wiesen auf. Die seit Beginn der Baumaßnahmen parallel laufenden Kartierungen dokumentieren den Erfolg: Die Zahl von Brutrevieren fast aller Vogelarten übertrifft sogar die geforderte Menge. Mit der Abnahme dieser Flächen durch die zuständigen Naturschutzbehörden ist deren Herstellung 2021 abgeschlossen; eine angepasste Pflege für die Zukunft ist sichergestellt.

Vogelschutzgebiet auf dem Flughafengelände

Der Flughafen München ist fester Bestandteil des 4.525 Hektar großen Europäischen Vogelschutz­gebiets »Nördliches Erdinger Moos« mit 40 teils stark gefährdeten Vogelarten. Die 658 Hektar großen Wiesen­flächen neben den Start- und Landebahnen sowie die Ausgleichs- und Ersatzflächen außerhalb des Flughafengeländes dienen als Refugium für Wiesenbrüter, seltene Pflanzen, Reptilien und Insekten.

Grünflächen (Foto)
Etwa zwei Drittel des Flughafengeländes bestehen aus Grünflächen.

Teilen Sie diesen Bericht auf Social Media: