Beschaffung von Leistungen: Nachhaltigkeit immer wichtiger

Konzernweites Warengruppenmanagement

Der Flughafen München hat keine klassische Lieferkette, sondern beschafft eine Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen, die für den Betrieb und Ausbau eines internationalen Drehkreuzflughafens nötig sind. Das Warenspektrum entspricht dem Bedarf einer Kleinstadt: Die 132 Warengruppen reichen von Bürobedarf über Straßenbau bis hin zu Fahrzeugen und Gebäuden. Für 2021 betrug das Beschaffungsvolumen des Flughafen München Konzerns rund 468 Millionen Euro (netto) und lag damit rund 27 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahres­zeitraum. Um Synergieeffekte zu nutzen, laufen alle Beschaffungsvorgänge der Fachbereiche und der Tochtergesellschaften über das zentrale konzernweite Warengruppenmanagement. Nur Handelswaren, Food & Beverage sowie medizinische Artikel werden direkt von den Tochterunternehmen eingekauft.

Ziel
Ende 2022: Anforderungen des Lieferkettensorgfalts­pflichtengesetz in den relevanten Beschaffungs­prozesse umsetzen

Rechtliche Vorgaben bei der Beschaffung

Der Flughafen München Konzern ist als Sektorenauftraggeber im Bereich »Häfen und Flughäfen« tätig. Daher richtet sich die Beschaffung grundsätzlich nach dem Kartellvergaberecht. Bei öffentlichen Aufträgen erfolgt eine europaweite Ausschreibung nach verbind­lichen, vergaberechtlichen Vorgaben. Aufträge, die nicht unter das Kartellvergaberecht fallen, schreibt der Konzern in der Regel nach einem unternehmens­spezifischen, formalisierten Verfahren aus. Bieter müssen bei der Angebotsabgabe die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben bestätigen, um Gründe auszuschließen, die gegen eine Teilnahme am Kartellvergabe- oder Ausschreibungsverfahren sprechen. Zudem müssen sie verschiedene Nachweise über die Einhaltung von Qualitätssicherungs- und Umweltmanagementnormen erbringen.

2021 betrug das Beschaffungsvolumen des Flughafen München Konzerns rund 468 Millionen Euro (netto).

Verantwortung in der Lieferkette

Der Flughafen München vergibt Aufträge nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit und legt besonderen Wert auf den Einsatz von lang­lebigen und verbrauchsarmen Materialien und Produkten. Bei Investitionsgütern werden Folgekosten für Wartung und Instand­haltung (Life Cycle Costs) berücksichtigt. Um die Beschaffungsprozesse in allen Unternehmensbereichen möglichst nachhaltig zu gestalten, geben bereits die Verantwortlichen aus den Fachabteilungen vermehrt ökologische, ökonomische und soziale Standards vor. Dies gilt sowohl in der IT, bei der Instandhaltung von Gebäuden, beim Bau neuer Gebäude, im Fuhrpark als auch beim Kauf von Werbe­mitteln. Beispielsweise sind bei der Beschaffung von Werbemitteln die Herkunft des Artikels, eine umweltschonende Produktion und die Recyclingfähigkeit wichtige Kriterien. Bei Fahrzeugen und Geräten für den Fuhrpark der FMG wird darauf geachtet, umweltschonende und insbesondere CO2-arme Fahrzeuge zu beschaffen.

Lieferantenstruktur und Lieferantenmanagement

Rund 3.500 Lieferanten sind für den Flughafen München Konzern tätig. Die Lieferantenstruktur ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben. Da der Flughafen München hauptsächlich von Geschäftspartnern aus der Region beliefert wird, sind die Transportwege kurz und die CO2-Emissionen werden reduziert. Beispielsweise bezieht die Tochtergesellschaft Allresto das ganze Jahr über größtenteils saisonale Lebensmittel: Fast alle stammen aus Bayern – gut die Hälfte aus der direkten Flughafenregion. Eine Beurteilung der Rahmenvertragspartner fand 2021 aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt.

International tätige Unternehmen (Foto)
Der Flughfen München ist ein wichtiger Standortfaktor für international tätige Unternehmen.

Prüfung und Dokumentation der Achtung von Menschenrechten

Der Flughafen München Konzern übt seine Geschäftstätigkeit schwerpunktmäßig in Deutschland aus. Der Schutz der Menschenrechte ist hier gesetzlich verankert. Bei der Ausschreibung von internationalen Leistungen wird gewährleistet, dass nationale und internationale Gesetze und Übereinkommen Anwendung finden. Dies wird bei Vertragsabschluss nochmals dokumentiert. Zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte und zur Erfüllung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes entwickelt das Unternehmen derzeit weitergehende Maßnahmen. Ergebnisse und Handlungsempfehlungen daraus sollen in die Risikobewertung integriert werden. Dies zeigt den hohen Stellenwert, den das Thema einnimmt. Die im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz geregelte, permanente Information zu den Menschenrechten erfolgt über das Intranet und die Führungskräfte, die hierzu regelmäßige Schulungen erhalten.

Strenge Vorgaben zum Ausschluss von Kinderarbeit

Bei Produkten, die diesbezüglich ein erhöhtes Risiko aufweisen, wird im Rahmen der Ausschreibung besonders darauf geachtet, Kinder­arbeit auszuschließen. Hersteller von Produkten aus gefährdeten Regionen haben Zertifizierungen unabhängiger Organisationen vorzuweisen, die die Unbedenklichkeit der Produkte belegen. Ent­sprechende Klauseln werden in die Ausschreibungs- und Vergabe­unterlagen integriert.

Lieferantenstruktur Vom gesamten Beschaffungsvolumen des Flughafens fließt an Unternehmen
Lieferantenstruktur – Deutschland – Bayern – München (Icon)

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