Verantwortungsvoller Arbeitgeber

So viel Airport steckt in der Region

Mit 8.693 Mitarbeitenden1) ist der Flughafen München Konzern nach der Deutschen Lufthansa AG der zweitgrößte Arbeitgeber am Standort. Der benachbarte Arbeitsagenturbezirk Freising, der auch die Landkreise Dachau, Ebersberg und Erding umfasst, weist mit durchschnittlich 2,5 Prozent weiterhin eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten Deutschlands auf. Bundesweit sank die Arbeitslosenquote leicht um 0,2 auf 5,7 Prozent. Bei der letzten Beschäftigtenerhebung 2018 lag jedes vierte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis in den Landkreisen Freising und Erding am Flughafen. Neue Daten für 2021 werden Mitte des Jahres 2022 erwartet. Das Lohnniveau am Münchner Flughafen liegt zudem über den Durchschnittswerten aus verwandten Branchen im Verkehrs- oder Dienstleistungsbereich.

Ziel
Ende 2025: Stärkung des Arbeitgeberimages in der Region und überregional

DATEN UND FAKTEN

Personalaufwand

Personalaufwand (Infografik)

Für Diversität in der Arbeitswelt

Der Münchner Airport profitiert von der Vielfalt seiner Belegschaft. Das Unternehmen respektiert – unabhängig von Alter, Geschlecht, Natio­nalität, kulturellem Hintergrund, sexueller Orientierung und Weltanschauung – alle Beschäftigten und berücksichtigt deren unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse. Als Unterzeichner der deutschen Charta der Vielfalt setzt sich der Flughafen München für ein vorurteils­freies Arbeitsumfeld ein. Das Frauennetzwerk »MStars«, das den kontinuierlichen Austausch beruflich erfolgreicher Frauen innerhalb und außerhalb des Unternehmens fördert, oder die LGBTQ+-Initiative »Queerport« sind Beispiele für die gelebte Chancengleichheit am Flughafen.

Ziel
Ende 2022: Entwicklung von Diversity Maßnahmen analog zu den Vielfaltsdimensionen der Charta der Vielfalt

Konzernlagebericht - Frauenquote

charta-der-vielfalt.de

Wohnraum für Beschäftigte

Als verantwortungsvoller Arbeitgeber stellt die FMG Wohnraum für Mitarbeitende bereit. Es gibt möblierte Apartments – auch zur tempo­rären Nutzung – bis hin zu Wohnhäusern in verschiedenen Aus­stattungen und Preiskategorien in München und in der Region sowie 132 »Serviced Apartments« in der Nachbargemeinde Hallbergmoos. Trotz des in der Pandemiesituation gesunkenen Mitarbeiterbedarfs hält der Flughafen an diesem Angebot fest und passt das Wohnungsportfolio an den erwarteten Bedarf an.

Tarif: mit Augenmaß aus der Corona-Krise

Die Flughafen München GmbH ist als Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern e. V. an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gebunden. Die Beschäftigten der FMG erhalten eine betriebliche Altersvorsorge, die tariflich geregelt und über die bayerische Zusatzversorgungskasse für kommunale Arbeitgeber abgedeckt ist. Angesichts der Corona-Krise haben die Tarifpartner rückwirkend zum 1. September 2020 einen bundesweiten Notlagentarifvertrag für Flughäfen ausgehandelt. Er beinhaltet unter anderem eine Reduktion der Arbeitszeit und der Vergütung um höchstens sechs Prozent – je nach Verkehrsentwicklung und wirtschaftlicher Situation des Unternehmens. Im Gegenzug wird bis zum Ende der Laufzeit, maximal bis 31. Dezember 2023, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet.

Die betrieblich vorgesehene Regelung zur Absenkung der Arbeitszeit und der Vergütung bei der FMG um 2,56 Prozent und bei der AeroGround um 1,33 Prozent wurde kurzfristig bis mindestens Ende Oktober 2022 ausgesetzt. Ab Juni 2022 greift die Tariferhöhung um 1,4 Prozent, mindestens jedoch 50 Euro. Die zweite Erhöhung ist ab April 2023 vorgesehen. Für die vom Notlagentarifvertrag erfassten Unternehmen wurde ein »Tarifvertrag Corona-Sonderzahlung Flughäfen 2020« vereinbart, der 2021 Beihilfen zur Abmilderung der Belastungen der Corona-Pandemie zur Auszahlung gebracht hat, die nach Entgeltgruppen gestaffelt bis zu 800 Euro betrugen.

DATEN UND FAKTEN

Die Mitarbeitenden

Mitarbeiter Daten & Fakten (Infografik)

Familie und Gesundheit im Fokus

Die Geschäftsführung ist davon überzeugt, dass ein familienfreundliches Arbeitsumfeld gute Leistung fördert. Viele Aktivitäten zielen außerdem darauf ab, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitenden zu erhalten oder zu verbessern. Betriebliche Zusatzleistungen für eine gesunde Work-Life-Balance ergänzen das Angebot. Das Leistungsspektrum des Betrieblichen Gesundheits- und Sozialmanagements reicht von der Arbeitsmedizin über die Mitarbeiterverpflegung bis hin zur Beratung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Prävention als wichtiger Baustein für gesunde Mitarbeitende

Im Betrieblichen Gesundheits- und Sozialmanagement geht Prävention vor Rehabilitation, um berufsbedingte chronische Erkrankungen zu vermeiden. Seit Einführung des Programms BETSI (Beschäftigungsfähigkeit teilhabeorientiert sichern) im Jahr 2014 haben 194 Beschäftigte dieses Angebot genutzt. Im Fokus stehen dabei erste gesundheitliche, körperliche Beeinträchtigungen und Risiken, die zu einer ernsteren Erkrankung führen könnten. 2021 startete zudem mit acht Teilnehmenden das neue Präventions­programm ENERGIE VITAL zur Stärkung des psychischen Immun­systems mit wichtigen Inhalten wie Resilienz stärken, Stress bewältigen, Entspannungstechniken einüben sowie regelmäßiger Bewegung. Beide Programme sind im Portfolio der Deutschen Rentenversicherung enthalten, der Flughafen München fördert die Teilnahme für seine Beschäftigten.

Schritt für Schritt zurück in den Beruf

Der Flughafen München unterstützt alle Beschäftigten nach längeren Phasen der Arbeitsunfähigkeit im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Dabei handelt es sich um einen freiwilligen und vertraulichen Unterstützungsprozess auf persönlicher, gesundheitlicher und beruflicher Ebene, um die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit wiederherzustellen, zu fördern oder zu erhalten. Dazu wurden im April 2021 alle BEM-berechtigten Kolleg:innen der FMG und AeroGround angeschrieben. Bis zum Ende des Jahres haben über 200 Kolleg:innen die Unterstützung via BEM wahrgenommen.

Zukunftssicherung durch Aus- und Weiterbildung

Engagement für die nächste Generation

Der Flughafen München hält trotz der erheblichen Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie für den Luftverkehr an seinem Aus­bildungsprogramm fest. Er übernimmt somit in schwierigen Zeiten nicht nur soziale Verantwortung gegenüber seinen Beschäftigten, sondern auch für junge Menschen, die ins Berufsleben einsteigen wollen. Mit zwanzig verschiedenen Ausbildungsrichtungen und dualen Studiengängen ist der Konzern einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region. Für den Ausbildungsbeginn im Jahr 2021 gingen bei der FMG 1.046 Bewerbungen ein. Zum 1. September 2021 starteten 20 Auszubildende ihre berufliche Laufbahn bei der Flughafen München GmbH als Fachkräfte für Schutz und Sicherheit, Mechatroniker:innen, Werkfeuerwehrleute, Immobilienkaufleute sowie Kaufleute für Büromanagement. 13 Nachwuchskräfte entschieden sich für ein duales Bachelor-Studium der Elektro- und Informationstechnik, der Immobilienwirtschaft, der Informatik, des Luftverkehrsmanagements oder der Wirtschaftsinformatik. Damit befanden sich konzernweit 247 Jugendliche zum 31. Dezember 2021 in der Ausbildung. Gleichzeitig beendeten im Berichtsjahr 48 junge Menschen ihre Ausbildung bei der FMG. Allen Auszubildenden konnte eine Übernahme angeboten werden.

Der Flughafen München wurde erneut als Branchensieger unter den deutschen Airports in den Kreis der besten Ausbildungsbetriebe des Landes gewählt.

Nachwuchskräfte (Foto)
33 Nachwuchskräfte starteten 2021 ihre berufliche Laufbahn am Flughafen München.

Virtueller Kontakt zu Sister Airports

Internationale Austauschprogramme dienen der persönlichen, fachlichen, sprachlichen und kulturellen Weiterentwicklung von Fach- und Führungskräften sowie dem unternehmerischen Fortschritt des Flughafens München. Im Jahr 2021 konnten pandemie­bedingt keine gegenseitigen Besuche stattfinden. Jedoch wurde der intensive Kontakt mit den sieben Sister Airports und den europäischen Partner­flug­häfen über virtuelle Konferenzen und Besprechungen aufrechterhalten. In sogenannten »CEO Talks« tauschten sich die Geschäftsführer:innen aus und Expert:­innen bearbeiteten konkrete Themen und Projekte. Ziel war es, über aktuelle Herausforderungen zu beraten. Im Jahr 2022 soll es – unter der Beachtung des Infektionsgeschehens und der Reisebestimmungen – wieder persönliche Begegnungen geben.

Airport Academy: Expertise für Bildung und Training

Der Flughafen München betreibt ein konzerneigenes Bildungszentrum mit knapp 50 Beschäftigten. Die Airport Academy ist »zertifizierter Bildungsträger« nach DIN ISO 9001:2015 und AZAV sowie akkreditiertes Trainingsinstitut des Airports Council International (ACI). Bedingt durch die Corona-Pandemie wurden die Qualifikationsmaßnahmen auf gesetzlich vorgeschriebene und betriebskritische Aktivitäten reduziert. Dies führte bei Präsenzveranstaltungen zu einem Rückgang auf 9.670 (2020: 14.660) Teilnehmertage interner und externer Kund:innen. Durch den Fokus der Airport Academy auf digitale Lehr- und Lernformen stieg die Anzahl der Teilnehmenden auf 27.400 (2020: 10.540). Vor allem Inhalte aus den Bereichen Aviation und Security waren hier gefragt. Neben der Umsetzung von Distanzlösungen mit Web Based Trainings, Webinaren und Virtual-Reality-Formaten im Bereich der Flugzeugabfertigung wurde eine sogenannte Learning Management Solution mit neuen Funktionalitäten implementiert. Im ersten Quartal 2023 wird die Airport Academy in ein neues Gebäude auf dem Gelände des LabCampus umziehen.

Ziel
Ende 2023: Erarbeitung eines neuen Qualifizierungs­programms für Führungskräfte

munich-airport.de/airportacademy-86699

Lobby der Airport Academy (Foto)
Community neu erleben in der Lobby der Airport Academy auf dem LabCampus (Visualisierung)

Arbeitsschutz: fest in der Unternehmenskultur verankert

Gesundheitsschutz hat höchste Priorität

Der Flughafen München tritt gesundheitlichen Gefährdungen oder Risiken am Arbeitsplatz aktiv entgegen. Zur systematischen Steuerung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Konzern dienen Kennzahlen, die stetig überwacht und analysiert werden. Seit 2021 wird die Kennzahl LTIF (Lost Time Incident Frequency) zur Darstellung der Unfallhäufigkeit in der FMG und AeroGround ermittelt. Dahinter steckt die Intention, Arbeitsunfälle zu reduzieren sowie für die Themen Unfallvermeidung und unfallbedingte Ausfallzeiten zu sensibilisieren.

Daten und Fakten

Mit Ergonomie zur roboterbasierten Gepäckentladung

Die Terminal 2 Gesellschaft hat gemeinsam mit Siemens, FMG und AeroGround 2021 ein Pilotprojekt zur auto­matisierten Gepäckentladung im Innendienst gestartet. 2022 soll ein weltweit neuer Prototyp zeigen, inwieweit er Ergonomie und Prozessabläufe verbessern kann.

Gemeinsam gegen Corona

Die Bereiche Krisenmanagement, Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Betriebsrat und die »Task-Force Infektiologie« des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit arbeiteten in der Corona-Krise sehr eng zusammen und stimmten die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards im Dialog mit allen Parteien ab. Insgesamt hatte der Schutz der Beschäftigten auch im zweiten Jahr der Krise hohe Priorität: FMG und AeroGround ermöglichten ihren Mitarbeitenden beispielsweise, bis zu hundert Prozent im Homeoffice und in einem erweiterten Gleitzeitrahmen zu arbeiten sowie sich vor Ort kostenlos testen zu lassen. Von Anfang März bis Mitte August 2021 lief eine Impfkampagne des betriebsärztlichen Diensts. Fast 2.100 Mitarbeitende des Flughafens profitierten davon. Im Herbst erhielten anspruchs­berechtigte Beschäftigte das Angebot zur Drittimpfung.

Psychische Belastungen reduzieren

Seit Juli 2019 gibt es bei FMG und AeroGround eine Betriebsvereinbarung zur Ermittlung und Beurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung. Ein wissenschaftlich validiertes, mehrstufiges Screening-Verfahren soll jetzt Aufschluss über die Situation im Unternehmen geben. In Kooperation mit der AOK Bayern befragen FMG und AeroGround zunächst ihre Mitarbeitenden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde dieser erste Schritt auf Mitte 2022 verschoben. Ziel ist es, aus den Ergebnissen der Befragung Maßnahmen abzuleiten, die die psychischen Belas­tungen der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz reduzieren.

Ziel
Ende 2022: Erhebung der psychischen Belastung und Ableitung von geeigneten Reduktionsmaßnahmen

Ziel
Ende 2024: Durchführung eines Projekts zur Sensibili­sierung hinsichtlich ver­haltensorientierter Arbeitssicherheit

Jahresbericht Arbeitsschutz
munich-airport.de/publikationen

Konzernlagebericht - LTIF

1) ohne Auszubildende, geringfügig Beschäftigte, Leiharbeitnehmer:innen, Praktikant:innen

Airports Council International (ACI)
Internationale Vereinigung der Flughafenbetreiber mit Sitz in Montreal. Mitglied des ACI sind rund 1.950 Flughäfen in fast allen Ländern weltweit – darunter über 500 Flughäfen in 55 europäischen Ländern im Rahmen des ACI Europe.

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